INITIATIVE: Hoffnung für Verdingkinder

Nach nur acht Wochen haben 45'000 Menschen die Wiedergutmachungsinitiative unterschrieben. Initiant Guido Fluri lässt dies etwas kosten.

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Am 31. März 2014 posierten ehemalige Verdingkinder und Opfer von fürsorgerischen Massnahmen mit Kinderfotos vor dem Bundeshaus. Unter der Ägide von Guido Fluri (Bildmitte) lancierten sie eine Initiative mit dem Ziel, einen Entschädigungsfonds über 500 Millionen Franken einzurichten. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)

Am 31. März 2014 posierten ehemalige Verdingkinder und Opfer von fürsorgerischen Massnahmen mit Kinderfotos vor dem Bundeshaus. Unter der Ägide von Guido Fluri (Bildmitte) lancierten sie eine Initiative mit dem Ziel, einen Entschädigungsfonds über 500 Millionen Franken einzurichten. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)

Anfang April lancierte der Zuger Unternehmer Guido Fluri die Volksinitiative zur Wiedergutmachung für Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Jetzt, nur zwei Monate später, hat er fast die Hälfte der nötigen 100'000 Unterschriften beisammen. «Bis jetzt konnten wir 45'000 Unterschriften sammeln», bestätigt Fluri im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Er sei zuversichtlich, dass er die Initiative noch dieses Jahr einreichen könne.

Fluri lässt sich diesen Effort etwas kosten: Er habe eine Million Franken für die Sammelphase reserviert. Das Komitee habe keine Partei im Rücken, begründet er die hohe Summe. «Mir war immer klar, dass wie ohne grosse Investitionen nichts erreichen können.»

Auch Drohungen erhalten

Doch der Kampf für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen hat nicht nur einen finanziellen Preis: Fluri hat nach eigenen Angaben bereits Drohungen von Betroffenen erhalten, bei denen die Initiative alte Wunden wieder aufreisse. «Wenn wir diese Menschen enttäuschen, bricht für sie eine ohnehin sehr fragile Welt zusammen», sagt Fluri. Es sei denn auch nicht einfach, mit den grossen Hoffnungen, die er wecke, umzugehen.

Die Wiedergutmachungsinitiative fordert eine wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Kapitels der Schweizer Geschichte und einen Fonds über 500 Millionen Franken, aus dem die Opfer entschädigt werden sollen.