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Pro & Contra

Ist die Fair-Food-Initiative fair oder diktatorisch?

Am 23. September stimmt die Schweiz über die Fair-Food-Initiative ab. Das sind die Argumente der Befürworter und Gegner.

Pro

Michael Töngi Nationalrat (Grüne/LU)

Michael Töngi Nationalrat (Grüne/LU)

Die Fair-Food-Initiative zeigt konkrete Lösungen auf, um Herausforderungen wie Klimawandel, Lebensmittelverschwendung, umweltbelastende industrielle Landwirtschaft und Importe aus Tierquälerei anzupacken. Die Initiative fördert mit besseren – nicht mit mehr – Regeln Lebensmittel, die naturnah, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert sind. Diese Lebensmittel sollen einen Marktvorteil erhalten.

Die Initiative entwickelt unser bewährtes Anreizsystem für mehr Qualität und Nachhaltigkeit weiter. Die ressourcenschonende und klimafreundlich produzierende Landwirtschaft wird durch eine bessere regionale Vermarktung gefördert. Mehr saisonale Lebensmittel aus der Nähe machen das Essen nicht teurer. Durch das Vermeiden von Lebensmittelverschwendung können wir sogar sparen.

Die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz sind qualitätsbewusst. Sie wollen keine Fleischimporte aus Tierquälerei und sie wollen wissen, wie die Nutztiere gehalten werden. Heute fehlt die Transparenz – sie wird mit der Initiative verbessert. Die Initiative fordert für importierte Lebensmittel, dass nachhaltige Entwicklung und die bäuerliche Landwirtschaft gefördert werden. Fairer Handel ist der richtige Weg zwischen Abschottung und schrankenlosem Freihandel auf Kosten von Mensch, Tier, Umwelt und Klima.

Die Unterstützung für die Fair-Food-Initiative wächst jeden Tag. Von den Bäuerinnen und Landfrauen, den Jungbauern, Bio Suisse, WWF, Swissaid, dem Schweizer Tierschutz bis zur SVP Waadt sagen alle Ja zu mehr Nachhaltigkeit und Qualität für unser Lebensmittelangebot.


Isidor Baumann Ständerat (CVP/UR)

Isidor Baumann Ständerat (CVP/UR)

Contra

Man kann Sympathien mit der Fair-Food-Initiative haben. Denn wer will nicht fair produzierte Lebensmittel konsumieren? Leider hat der vielversprechende Name der Initiative nachhaltig schmerzhafte Nebenwirkungen. Sie verursacht Mehrkosten für die Konsumenten, die Landwirtschaft und unsere Verarbeitungsindustrie. Im Weiteren will sie dem Ausland unsere Vorschriften aufzwingen. Damit fördert sie den unökologischen Einkaufstourismus, weil nur dieser von der Fair-Food-Initiative verschont bleibt. Dazu kommt noch: Die Initiative ist in vielen Teilen nicht umsetzbar. Dort, wo sie noch sinnvoll wäre, ist sie unnötig, da es dazu bereits eine Verfassungsgrundlage gibt.

Letzten September hat die Schweizer Stimmbevölkerung den Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit angenommen. Dieser stellt dem Bund alle nötigen Instrumente für eine ressourceneffiziente und nachhaltige Landwirtschaft zur Verfügung. In der kommenden Beratung zur Agrarpolitik 2022+ werden die Vorgaben dieses Verfassungsartikels verfeinert. Damit braucht es die Fair-Food-Initiative gar nicht. Kommt hinzu, dass dafür ein zusätzlicher staatlicher Kontrollapparat aufgebaut werden müsste. Der dafür nötige massive finanzielle Aufwand würde die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Produkte, die nicht dem Schweizer Standard entsprächen, müssten ausserdem mit einem Importverbot belegt werden. Dies würde die Lebensmittelauswahl verringern.

Die Fair-Food-Initiative ist alles andere als fair. Sie ist zu diktatorisch, verursacht Mehrkosten und einen staatlichen Kontrollapparat. Das braucht unsere Bevölkerung nicht. Ich rate allen, stimmen Sie Nein.

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