Pädophilie

Italien will härter gegen Kinderschänder vorgehen

Die italienische Regierung startet eine grossangelegten Kampagne gegen Kinderschänder. Alle Fälle von Pädophilie in Italien sollen in eine Datenbank eingetragen werden. Diese soll genaue Informationen über die Täter und ihre Verbrechen enthalten.

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Italien will Datenbank für Pädophile einführen (Symbolbild)

Italien will Datenbank für Pädophile einführen (Symbolbild)

Keystone

Die für Datenschutz zuständige Stelle gab grünes Licht zur Einrichtung dieser Datenbank gegeben, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Dienstag berichtete. Das Ministerium für Gleichberechtigung bemüht sich seit Monaten um die Datenbank.

Unter der Leitung von Frauenministerin Mara Carfagna wurde ein Beobachtungskomitee zur Bekämpfung pädophiler Pornografie ins Leben gerufen, das die Datenbank über die Kinderschänder einrichten wird. Dabei soll die Identität der jungen Pädophilen-Opfer strengstens geschützt werden.

"Genaue Statistiken werden helfen, uns ein klares Bild des Problems zu verschaffen und gezielte Vorbeugungsstrategien zu entwickeln", sagte Ministerin Carfagna. Um die Datenbank einzurichten, werden die Experten Zugang zu vertrauten Informationen des Justiz- und Innenministeriums haben.

"Kinderschänder sollten mit lebenslänglicher Haft bestraft werden", verlangte Carfagna. Kindesmissbrauch und Mord sollten, was die Strafen betrifft, symbolisch gleichgestellt werden.

Pädophile fügten ihren Opfern tiefgreifende physische und psychische Schäden zu, die diese ihr Leben lang schwerstens belasteten. Dafür müsste jedoch das italienische Strafgesetzbuch geändert werden, sagte Carfagna weiter.

In Italien werden jährlich schätzungsweise 21'000 Pädophilie-Verbrechen verübt. Im Internet seien 50'000 pornografische Websites mit Kindern entdeckt worden, berichtete die Polizei.