Jetzt auch noch Streit mit SRF: Millionär Peter Buser schickt die Anwälte los

Lebemann Peter Buser wollte auf seine alten Tage hin eigentlich als Mäzen in Erscheinung treten. Doch sein Davos-Engagement endet im Streit. Jetzt gibt er sein Geld für Rechtsanwälte aus. Neu auch gegen SRF.

Lucien Fluri
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Peter Buser inszeniert sich gerne als Lebemann und Exzentriker. Hier 2015 am Wiener Opernball.

Peter Buser inszeniert sich gerne als Lebemann und Exzentriker. Hier 2015 am Wiener Opernball.

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Er hatte guten Willen gezeigt und wollte seine Millionen springen lassen. Doch nun muss sich Lebemann, ex-Banker und Millionär Peter Buser (83) mit Anwälten herumschlagen.

Doch der Reihe nach. Schauplatz 1. Davos. Es hätte ein Millionen-Sponsoring werden sollen: Buser wollte dem HC Davos bis 2027 fast zwölf Millionen Franken spenden. Dafür sollte nicht nur der Name seiner Stiftung auf und im Eishockeystadion prominent platziert werden. Während des Spengler Cups und des Weltwirtschaftsforums hätte vor dem Stadion auch ein Konzertpavillon stehen sollen, in dem Buser jeweils mit seiner Stiftung namhafte Musiker vortragen lassen wollte. Er versprach sich davon Renommee bei VIPs weltweit.

Muss der HCD Millionen zurückzahlen?

Doch inzwischen befinden sich der Geldgeber und der Hockey-Club im Streit. Denn das temporäre Konzertgebäude will die Gemeinde Davos aus baurechtlichen Gründen nicht bewilligen. Die Frage ist: Muss Buser trotzdem zahlen? Oder muss ihm der HC Davos die bisher geleisteten rund 3 Mio. Franken zurückzahlen? Anwälte sind eingeschaltet. Und vielleicht muss am Ende ein Richter entscheiden.

Es ist nicht der einzige Rechtsstreit. Schauplatz 2. SRF, Zürich Leutschenbach. Dass sich Sponsor Buser und der Hockeyverein entfremdeten, hat nicht zuletzt mit einem Beitrag der SRF-Sendung «Sportpanorama» zu tun. Diese porträtierte Buser. Der Playboy sass am Klavier, seine junge Freundin neben ihm am Boden. «Sie muss in untertäniger Stellung sein, denn ich bin der Herr», sagte Buser.

Buser sagte in der SRF-Sendung: «Sie muss in untertäniger Stellung sein, denn ich bin der Herr». Der Ausschnitt geben den Inhalt des ganzen Gesprächs falsch wieder, behauptet Buser nun.

Buser sagte in der SRF-Sendung: «Sie muss in untertäniger Stellung sein, denn ich bin der Herr». Der Ausschnitt geben den Inhalt des ganzen Gesprächs falsch wieder, behauptet Buser nun.

Screenshot

Den HCD-Verantwortlichen schien plötzlich aufzufallen, dass ihr Sponsor zwar viel Geld springen lässt. Dass er im Zuge der «metoo»-Debatte aber auch ein grosses Reputationsrisiko werden könnte. Erstaunlich: Wenige Klicks hätten genügt, um festzustellen, dass Buser gerne mit einem offensichtlich veralteten Frauenbild provoziert. Doch das wollten die HCD-Verantwortlichen scheinbar nicht wissen – zumindest bis es die Medien gross kolportieren. Und dann wollten sie von Buser nicht mehr so viel wissen.

"Zu Unrecht als menschenverachtende Person dargestellt"

Nun fordert Buser von SRF, Einsicht in das gesamte, 40-minütige Filmmaterial zu erhalten, das das Sport-Panorama bei ihm zuhause drehte. Doch der Fernsehsender will es nicht herausgeben. Es gebe keine Rechtsgrundlage und schliesslich liess sich der Mäzen freiwillig filmen. Buser ist darüber so wütend, dass er nun Anwälte losschickt, um das Material herauszufordern. Denn für ihn ist klar: Wenn alles Material vorliegt, könnte bewiesen werden, dass SRF durch das zusammengekürzte Material das Bild von ihm «verfälscht» hat. Er sei für den Durchschnittszuschauer «zu Unrecht als menschenverachtende Person dargestellt und zudem in seiner Integrität als seriöser Sponsor des HC Davos angezweifelt» worden, schreibt sein Anwalt.

Hätte Buser Einblick ins Material, würde er möglicherweise eine Klage einreichen, da er seine Ehre verletzt sieht. Der 83-Jährige hofft nicht zuletzt, dass sein Bild zurechtgerückt wird. Dann könne sich der Präsident des HCD entschuldigen und man könne eine Lösung suchen, sagt Buser.

Ob dies gelingt? Eines ist klar: Fortsetzung folgt. Buser muss nicht nachgeben: Geld für Anwälte hat er genug.