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«Jetzt räume ich zu Hause die Akten weg»

Corina Eichenberger, 64 Jahre, FDP/AG. Die Juristin wurde 2007 in den Nationalrat gewählt und machte sich in Bern vor allem als Sicherheitspolitikerin einen Namen.
Dominic Wirth
Corina Eichenberger. (Bild: KEY/Peter Schneider.

Corina Eichenberger. (Bild: KEY/Peter Schneider.

«Dass ich gerade meine letzte Session absolviere, wurde mir erst in den letzten Tagen bewusst. Die ersten zwei Wochen war eigentlich alles wie immer. Aber dann habe ich immer öfter daran gedacht, dass ich etwas gerade zum letzten Mal mache. Das ist für mich verbunden mit einem weinenden Auge, weil ich die Arbeit im Parlament sehr gerne gemacht habe. Das andere Auge aber lacht, weil sich in meiner Agenda ein paar Lücken auftun.

Ich nehme viele Erinnerungen aus dem Bundeshaus mit. Als Sicherheitspolitikerin war ich in wichtige Geschäfte involviert. Zum Beispiel die Weiterentwicklung der Armee. Oder die Beschaffung der Gripen-Kampfjets, die uns in der Kommission sehr lange beschäftigt hat und dann ja vom Volk abgelehnt wurde. Und schliesslich das Nachrichtendienstgesetz, auch ein gewaltiger Brocken.

Daneben bleiben mir viele kleine Episoden. Zum Beispiel aus meiner ersten Legislatur, in der ich sowohl die Affäre um den damaligen Armeechef Roland Nef als auch die UBS-Krise in der Geschäftsprüfungskommission hautnah miterlebte. Da gab es einen Tag, an dem ich wegen einer langen Sitzung den letzten Zug verpasst habe und in Bern spätabends noch ein Hotelzimmer suchen musste. Oder ein Osterwochenende, das ich im Bundeshaus verbrachte, um Akten zu lesen.

Der Politbetrieb hat sich während meiner Zeit im Parlament sicher polarisiert. In der Mitte läuft man da häufiger in Gefahr, zerrieben zu werden. Eines aber ist gleich geblieben, und das habe immer geschätzt: nach geschlagener Schlacht geht man auch mal zusammen ein Bier trinken.

Ich hoffe, dass meine Nachfolger sich bewusst sind, dass die geopolitische Lage auf der Welt sich gerade verändert. Die Schweiz als kleines Land darf sich nicht isolieren, sie ist angewiesen auf Bündnispartner. Jetzt mache ich mich daran, zu Hause all die Akten und Papiere wegzuräumen, die sich über die Jahre angesammelt haben. Ich freue mich darauf, mal spontan eine Ausstellung zu besuchen. Und vor allem freue ich mich darauf, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen.»

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