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Jobs und Ausländer lassen Schweizer Städte wachsen

Früher ging man von der Stadt in die Provinz - aufs Land. Der Trend hat sich nicht umgekehrt, aber die Städte wachsen trotzdem. Weil mehr Leute kommen.
Pascal Ritter
Lausanne hat von 2007 bis 2017 um 16,6 Proeznt zugelegt. (Bild: Keystone)

Lausanne hat von 2007 bis 2017 um 16,6 Proeznt zugelegt. (Bild: Keystone)

Die grossen Schweizer Städte wachsen. Zwischen 2007 und 2017 haben die sechs Städte mit mehr als 100 000 Einwohner um 124 500 Personen zugelegt. Und dabei sind Agglomerationsstädte wie Schlieren in Zürich oder Köniz bei Bern noch nicht einmal eingerechnet. Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne und Winterthur legten um durchschnittlich 12 Prozent zu. Im gleichen Zeitraum sind alle Städte der Schweiz im Schnitt nur um 0,7 Prozent gewachsen.

Dabei ist es gar noch nicht so lange her, dass die Menschen aus den grossen Städten in die Provinz flohen. Basel und Zürich haben, die Bewohnerzahl, die sie 1970 hatten, noch nicht wieder erreicht.

Wie kommt es, dass die grossen Städte zulegen?

Nehmen wir Zürich, die grösste Stadt der Schweiz als Anschauungsbeispiel. Aus den öffentlich zugänglichen Zahlen geht hervor, dass der Geburtenüberschuss nur einen kleinen Teil des Wachstums erklärt. Zuwanderung hat einen viel grösseren Effekt. Aus welchen Teilen der Schweiz und aus welchen Ländern Menschen an die Limmat ziehen, ist aus der offiziellen Statistik nicht ersichtlich. Die Nationalitäten der Zuzüger können aber einen Hinweis auf den Wegzugsort geben.

Die Zahlen zeigen, dass sich das Bevölkerungswachstum der Stadt Zürich aus zwei Faktoren zusammensetzt. Zum einen verlassen weniger Schweizer die Stadt. Noch in den 1960er und 1970er Jahren übertraf die Zahl der Auswanderer mit Schweizerpass die Schweizer Einwanderer um mehrere Tausend Personen. Dieser Wanderungssaldo bewegte sich um die Jahrtausendwende immer noch im tiefen fünfstelligen Bereich. Seit dem Jahr 2014 verlassen aber nur noch wenige Hundert Schweizer mehr die Stadt, als zuziehen.

Während die Schweizer bleiben, kommen die Ausländer konstant.

Seit den 1970 Jahren kamen immer mehr Ausländer nach Zürich, als die Stadt verliessen. In den letzten zehn Jahren lag der Wanderungsüberschuss zudem immer im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Zusammensetzung der ausländischen Zuwanderer hat sich in den letzten Jahren verändert.

Noch 2007 waren es klar die Deutschen, welche die Zuwanderungszahlen in die Höhe trieben. Es kamen 3375 Deutsche mehr, als gingen. Heute setzt sich die Zuwanderung aus vielen verschiedenen Nationen zusammen. So kamen 2018 netto mehr Italiener (546) als Deutsche (501) und die Eritreer (318) liegen an dritter Stelle. Diese Zahlen zeigen, dass der grösste Teil des Wachstums der Stadt Zürich auf Ausländer zurückgeht.

Weil dieser wachsende Teil der Bevölkerung nicht mitbestimmen kann verlangte die Zürcher Stadtpräsidentin, Corine Mauch, diese Woche, dass Ausländer in kommunalen Fragen abstimmen dürfen.

Auch Asylbewerber mögen beim Bevölkerungswachstum eine Rolle spiele, der Grund für das Wachstum der Zentren liegt aber vor allem bei den Arbeitsplätzen. Das Basler Forschungsinstituts BAK Economics zeigte in einer Studie, dass seit dem Jahr 1995 Arbeitsplätzplätze fast ausschliesslich in den grossen Städten und deren Agglomerationen entstanden sind. «Die Verlagerung der wirtschaftlichen Dynamik in die Städte ist ein Zeichen für die starke Urbanisierung der Schweiz», sagt Marc Bros de Puechredon, Vorsitzender der Geschäftsleitung von BAK Economics zur «NZZ am Sonntag».

Allein die vier grossen Zentren Zürich, Basel, Genf-Lausanne sowie Bern erbringen laut Puechredon fast zwei Drittel der nationalen Wertschöpfung - obwohl sie nur zehn Prozent der Landesfläche ausmachen. Von den 150 grössten Firmen seien sogar drei Viertel in den vier Regionen konzentriert.

Die Zuwanderung treibt die Mieten in die Höhe. So gehören die beiden grössten Städte, Zürich und Genf zu den teuersten Pflastern. Die Hälfte der ausgeschriebenen Zweizimmerwohnungen in Zürich und Genf kosten laut dem Online-Vergleichsdienstes Comparis mehr als 1700 Franken pro Monat.

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