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Johannes Paul II. wurde wie ein Popstar gefeiert

Dominik Weingartner
Papst Paul VI. schreitet mit Bundespräsident Ludwig von Moos in Genf über den roten Teppich. (Bild: Str/Photopress-Archiv (10. Juni 1969))

Papst Paul VI. schreitet mit Bundespräsident Ludwig von Moos in Genf über den roten Teppich. (Bild: Str/Photopress-Archiv (10. Juni 1969))

Euphorie  Reisen von Päpsten ins ausseritalienische Ausland sind eine moderne Erscheinung. Als Paul VI. Anfang 1964 nach Israel und Jordanien reiste, war er der erste Pontifex seit 150 Jahren, der italienischen Boden verliess. Die Pilgerreise in den Nahen Osten erregte grosses Aufsehen. Paul VI. unternahm später weitere Reisen, im Juni 1969 weilte er anlässlich der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf.

Die päpstliche Reisetätigkeit auf die Spitze getrieben hat Johannes Paul II. Der erste Slawe auf dem Heiligen Stuhl hat in seiner fast 27 Jahre dauernden Amtszeit auf 104 Auslandsreisen 127 Länder besucht. Dabei war Karol Wojtyla vier Mal in der Schweiz. Der erste Besuch datiert vom 15. Juni 1982 in Genf. Dies war aber wie bei Paul VI. mehr ein Besuch bei den dortigen internationalen Organisationen als ein Besuch der Schweiz. Im Palais des Nations hielt der Papst vor 2000 Delegierten aus 149 Ländern eine Rede «in einem zwar nicht akzentfreien, aber gepflegten und ausdrucksvollen Französisch», wie die NZZ festhielt.

Papst Johannes Paul II. stösst während seines sechstägigen Schweiz-Besuchs auf viel Begeisterung. (Bild: Str/Keystone (12. Juni 1984))

Papst Johannes Paul II. stösst während seines sechstägigen Schweiz-Besuchs auf viel Begeisterung. (Bild: Str/Keystone (12. Juni 1984))

Für seine zweite Reise in die Schweiz im Juni 1984 nahm sich Johannes Paul II. sechs Tage Zeit. Der Papst besuchte Lugano, Genf, Freiburg, Flüeli, Einsiedeln, Luzern und Sitten. Bei seiner Ankunft in Zürich küsste er, anders als zwei Jahre zuvor, zum ersten Mal Schweizer Boden, wie er es bei seinen Reisen stets zu tun pflegte. Auf seiner Rundreise hielt Wojtyla einige Messen ab. So im Stadion Cornaredo in Lugano vor 27 000 Menschen, im Park La Poya in Freiburg vor über 20 000 Gläubigen, im obwaldnerischen Flüeli, dem Heimatdorf von Bruder Klaus, vor 10 000 Besuchern, auf der Luzerner Allmend vor 40 000 Menschen und in Sitten vor 45 000 Gläubigen. In Erinnerung bleibt auch der zweite Auftritt vor 15 000 Ausländern in Luzern, bei dem der Papst sagte: «Die Schweiz darf die Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat ihre Hoffnung auf sie gesetzt haben, nicht enttäuschen.»

Ein Jahr später landete Johannes Paul II. erneut in der Schweiz. Doch wie schon 1982 galt der Besuch nicht der Schweiz. Der Papst flog von Zürich aus mit dem Helikopter direkt nach Liechtenstein, wo er am 8. September 1985 in Eschen vor 30000 Gläubigen eine Messe hielt.

20 Jahre danach kommt Johannes Paul II. erneut in die Schweiz. Bundespräsident Joseph Deiss empfängt ihn. (Bild: Coffrini/KEY (5. Juni 2004))

20 Jahre danach kommt Johannes Paul II. erneut in die Schweiz. Bundespräsident Joseph Deiss empfängt ihn. (Bild: Coffrini/KEY (5. Juni 2004))

Benedikt XVI. nur privat in der Schweiz

Bis Wojtyla die Schweiz neuerlich beehrte, sollten 20 Jahre vergehen. Der mittlerweile 84-jährige Papst war zehn Monate vor seinem Tod bereits sichtlich von Alter und Krankheit gezeichnet. Dennoch vermochte er die 140 000 Jugendlichen zu begeistern, die am 5. Juni 2004 in Bern zum ersten Nationalen Katholischen Jugendtreffen zusammenkamen. Die Jugendlichen hätten den Papst «wie einen Popstar gefeiert», notierte die Nachrichtenagentur AP. Am Tag darauf hielt Johannes Paul II. auf der Berner Allmend vor 70 000 Menschen eine Messe.

Seit Wojtyla war kein Papst mehr auf offiziellem Besuch in der Schweiz. Sein Nachfolger Benedikt der XVI. reiste 24 Mal in offizieller Mission ins Ausland. Er kam nur privat in die Schweiz. 2006 war er auf dem Grossen St. Bernhard. Im Schnitt machte Benedikt XVI. jährlich drei Auslandsreisen. Johannes Paul II. kam auf 3,9 Auslandsreisen im Jahr. Eine noch höhere Kadenz weist nur Papst Franziskus auf. Er hat in seiner fünfjährigen Amtszeit bereits 22 Auslandsreisen absolviert, also 4,4 pro Jahr.

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