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Ermittlungen nach Ju-Absturz: Schwerwiegende Schäden festgestellt – Flugverbot für zwei Maschinen erteilt

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat per sofort ein vorläufiges Flugverbot für die beiden in Dübendorf stationierten Ju-52 der Ju-Air ausgesprochen. Auslöser: Die Untersuchung des Wracks der Anfang August abgestürzten Ju-52 ergab schwerwiegende strukturelle Schäden im Bereich der Flügelholme. Diese Mängel dürften das Unglück allerdings nicht ausgelöst haben.

(pd/dwa) Am 4. August stürzte eine dreimotorige Junkers Ju-52 der Ju-Air im Bündnerland ab. Am 17. August nahm das Unternehmen den Flugbetrieb mit den beiden verbleibenden Maschinen des gleichen Typs wieder auf. «Da zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf generelle technische Mängel vorlagen, hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt die Wiederaufnahme des Flugbetriebes unter Einhaltung vorsorglicher Massnahmen bewilligt», heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes. Dazu gehörte auch, dass bei neuen Erkenntnissen aus den laufenden Sicherheitsuntersuchungen ein Flugverbot ausgesprochen würde.

Dies ist nun passiert. Auslöser: Die Untersuchung des Wracks ergab schwerwiegende Strukturschäden in Form von Rissen und Korrosion am Hauptholm, dem tragenden Element des Flugzeugflügels und weiteren Teilen des Flugzeuges.

Blick auf die Absturzstelle der Ju-Air. (Bild: Keystone)

Blick auf die Absturzstelle der Ju-Air. (Bild: Keystone)

An den Trümmern festgestellt

Diese Schäden seien bei normalen Inspektionen und Wartungsarbeiten verborgen geblieben und hätten erst anhand der Trümmerteile festgestellt werden können, teilt das Bundesamt für Zivilluftfahrt weiter mit.

Da die beiden in Dübendorf stationierten Ju-52 HB-HOP und HB-HOS sowohl altersmässig wie von den Betriebsstunden her der verunglückten Maschine entsprechen, muss laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt sichergestellt sein, dass beide Maschinen diese Schäden nicht aufweisen. Es schreibt:

«Bis dieser Nachweis erbracht ist beziehungsweise allfällige Schäden behoben sind, dürfen diese beiden Ju-52 vorläufig nicht mehr geflogen werden.»

Kein Zusammenhang zum Absturz

Die Schäden am verunglückten Flugzeug konnten bei normalen Wartungsarbeiten und Inspektionen nicht festgestellt werden, wie das Bundesamt weiter schreibt.

Die Mängel stünden nach heutigem Kenntnisstand in keinem Zusammenhang mit dem Absturz vom 4. August. Die technischen Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Fliegerei mit Tradition: Drei «Tante Ju»-Maschinen in der Luft. (Bild: pd)

Fliegerei mit Tradition: Drei «Tante Ju»-Maschinen in der Luft. (Bild: pd)

«Trotz sorgfältiger Inspektion nicht entdeckt»

Auch die Ju-Air betont in einem Communiqué, die Untersuchung habe keine Hinweise ergeben, dass technische Probleme zum Unglück geführt hätten. Die Maschine habe genügend Treibstoff mitgeführt, und alle drei Motoren seien mit hoher Drehzahl gelaufen.

«Der beim Unfallflugzeug nun entdeckte Schaden betrifft eines von acht Holmrohren des linken Flügels und liegt an einem Ort, wo er trotz sorgfältiger Inspektion mit den bisherigen Untersuchungsmitteln nicht entdeckt werden konnte», präzisiert Ju-Air. Er sei erst zutage getreten, nachdem das Flugzeug beim Absturz total beschädigt worden sei.

Die Ju-Air hat laut der Mitteilung bereits ein Projekt gestartet, um sicherzustellen, dass ihre anderen Flugzeuge keine Schäden aufweisen, wie sie bei der Unfallmaschine vorgefunden wurden. Sie werde dabei wie bisher eng mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt zusammenarbeiten.

Mit Grounding einverstanden

Mit dem vorübergehenden Grounding von zwei Maschinen aufgrund der am Unglücksflugzeug festgestellten Schäden ist Ju-Air nach eigenem Bekunden einverstanden. «Nach dem Abschluss des Sommerbetriebs befinden sich die beiden betroffenen Flugzeuge ohnehin bereits in Dübendorf zur umfassenden Jahreswartung», so das Unternehmen.

Es sei vorgesehen, den Flugbetrieb der Ju-Air wie geplant im kommenden Frühling wieder aufzunehmen. Zudem teilt das Unternehmen mit, es wolle im kommenden Sommerhalbjahr wieder eine dritte Ju-52 in ihre Flotte aufnehmen.

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