JUBILÄUM: «Schönes Geburtstagsgeschenk» für den Konsumentenschutz

Die Stiftung für Konsumentenschutz wird 50. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr hagelt es heftige Kritik.

Merken
Drucken
Teilen
Eine Laborantin führt einen Warentest mit Spraydosen für den Konsumentenschutz im chemischen Labor von Dr. Herzfeld in Basel am 3. Juni 1970 durch. (Bild: Keystone)

Eine Laborantin führt einen Warentest mit Spraydosen für den Konsumentenschutz im chemischen Labor von Dr. Herzfeld in Basel am 3. Juni 1970 durch. (Bild: Keystone)

eno. Es ist ein Geschenk der besonderen Art, das Gewerbe und Detailhandel der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zu ihrem 50. Geburtstag machen: Die SKS und ihre Schwesterorganisationen in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz verfolgten «zunehmend politische und ideologische Ziele», kritisieren die vier Verbände in einem Positionspapier und ziehen daraus die Schlussfolgerung: «Solche Tätigkeiten dürfen ( ...) unter keinen Umständen mit öffentlichen Geldern gefördert werden.»

Seitenhieb des Gewerbepräsidenten

Harte Worte zur Würdigung seiner Lieblingsfeindin wählt auch Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes: Unter dem Deckmantel «Konsumentenschutz» und dank grosszügiger Bundessubventionen betreibe die SKS vorwiegend politische Lobbyarbeit mit dem Ziel, das Umfeld der Bevölkerung nach eigenem Gutdünken weitestgehend zu regulieren und zu reglementieren, sagte er auf Anfrage der «Zentralschweiz am Sonntag». Und legt noch eins drauf: Wer wie die SKS Gebührenabgaben auf Einkaufssäcke fordere, «entmündigt und schröpft die Konsumenten, anstatt sie zu schützen».

Ruf nach höheren Bundesbeiträgen

SKS-Präsidentin Prisca Birrer-Heimo nimmt die geballte Ladung gelassen. Ungeachtet des neusten Angriffs vertritt die Luzerner SP-Nationalrätin die Meinung, dass die Bundesbeiträge für den Konsumentenschutz eher erhöht werden sollten. Zurzeit betragen diese insgesamt eine Million Franken. Die SKS erhält davon im laufenden Jahr ein Viertel, wovon sie 15 Prozent ihres Budgets deckt. Der Rest stammt aus Spenden und Gönnerbeiträgen.