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Kaffee, Tierfutter und Pouletbrüstli

Der südamerikanische Binnenmarkt Mercosur umfasst rund 260 Millionen Menschen in aktuell vier Staaten: Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay (siehe Grafik). Das krisengeschüttelte Venezuela wurde im August 2017 aufgrund der politischen Lage dauerhaft suspendiert, nachdem es bereits im Dezember 2016 vorläufig ­ausgeschlossen worden war. Begründet wurde dies mit dem «Bruch der demokratischen Ordnung» im sozialistisch regierten Land, das der Wirtschaftsgemeinschaft erst seit 2012 angehört hatte. Die Mitgliedschaft im Mercosur ist demokratischen Staaten vorbehalten.

Seit dem Ausschluss Venezuelas besteht der Mercosur nur noch aus vier Mitgliedern. Bald könnten jedoch weitere hinzukommen: Mit Bolivien wird seit Jahren über einen Beitritt verhandelt, 2011 stellte auch Ecuador einen Antrag auf Vollmitgliedschaft. Daneben gibt es einige assoziierte Staaten: Chile, Peru, Kolumbien, Guyana und Suriname.

Die Ziele der 1991 gegründeten südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft sind wirtschaftlicher und ­politischer Natur. So soll durch freien Güter- und Dienstleistungsverkehr die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedstaaten gefördert werden. Durch die Harmonisierung der Gesetzgebung in den Ländern soll zudem der politische Integrationsprozess gestärkt werden.

Bereits heute werden Agrarprodukte aus dem Mercosur in die Schweiz importiert. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat 2015 die Produktgruppen aufgeschlüsselt. Fast ein Drittel der Im­porte aus der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft macht ungerösteter Kaffee aus. Es folgen mit 15 Prozent Sojaprodukte, die als Futtermittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Den dritten Platz teilen sich mit 8 Prozent Rindfleischerzeugnisse und Pouletbrüstli. Insgesamt wurden 2015 Waren im Wert von 3,6 Milliarden Franken aus dem Mercosur in die Schweiz importiert, 569 Millionen davon waren Agrarprodukte (siehe Grafik).

Abkommen mit EU vor Abschluss

Der Mercosur steht neben der Schweiz auch mit der Europäischen Union in Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen. Die 31. und gleichzeitig auch letzte Verhandlungsrunde fand im Dezember 2017 statt. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann geht davon aus, dass das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur demnächst abgeschlossen werden wird, wie er gestern sagte. Dementsprechend will er, dass auch die Schweizer Verhandlungen mit der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft zügig vorangetrieben werden. Ziel sei es, bis Ende Jahr den Abschluss zu bewerkstelligen, so der Wirtschaftsminister. Denn der vorzei­tige Abschluss des Freihandelsabkommens würde den EU-Staaten gegenüber der Schweiz einen beträchtlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Dominik Weingartner

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