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Kaiman im Hallwilersee – jetzt spricht der Fischer: «Ich konnte nicht glauben, was ich da sah»

Der Fischer, der am Sonntag den Kaiman im Hallwilersee entdeckt hat, erzählt zum ersten Mal von seinem aussergewöhnlichen Erlebnis.
Stefania Telesca
In der Nähe der Gemeindegrenze zwischen Mosen und Beinwil am See hat der Fischer den Kaiman beobachtet. Bild: Stefania Telesca (Bild: Stefania Telesca)

In der Nähe der Gemeindegrenze zwischen Mosen und Beinwil am See hat der Fischer den Kaiman beobachtet. Bild: Stefania Telesca (Bild: Stefania Telesca)

«Sie werden mir wahrscheinlich nicht glauben», sagt Pascal (Name geändert) am Sonntagabend zum Polizisten am anderen Ende der Leitung. «Und ich weiss auch nicht, ob ich bei der Notfallnummer richtig bin», fährt er fort. Nur wenige Minuten zuvor hatte er beobachtet, wie ein kleines Krokodil auf dem Hallwilersee ein junges Entlein verschluckt hatte.

Pascal ist ein erfahrener Fischer, seit zwanzig Jahren geht er dieser Leidenschaft nach. Vor zwei Jahren hat er insgesamt 20 Nächte auf dem Hallwilersee beim Nachtfischen verbracht. Diese Saison war er am vergangenen Wochenende zum ersten Mal hier.

Es war am Anfang seiner zweiten Nacht am See, als er den Kaiman beobachtete. «Ich konnte selber nicht glauben, was ich da gesehen habe», sagt er über die aussergewöhnliche Sichtung. Etwas Derartiges war ihm bisher nicht passiert.

Fischer versuchte Kaiman im Schilf zu fotografieren

Pascal sass am Ufer und fischte nach Welsen. Da hörte er plötzlich Geplätscher, einen starken Schlag ins Wasser und das panische Gequake der Enten. Er richtete seinen Blick in diese Richtung, als das Reptil gegen 21.30 Uhr in zirka zehn Meter Entfernung von ihm auftauchte: «Als ich hinsah, war eine von drei Enten bereits im Maul des Krokodils.»

Im selben Moment drehte sich das Tier mit der Beute kurz zur Seite in Richtung Schilf und tauchte wieder ab. «Ich habe den Schwanz beim Hinuntertauchen deutlich gesehen.» Danach sei das Tier hinter dem Schilf verschwunden.

Bevor er einige Minuten später die Polizei benachrichtigte, versuchte Pascal das Tier hinter dem Schilf zu finden, um es zu fotografieren. Doch leider blieb der Kaiman verschwunden. Die Beschreibungen des Fischers sind allerdings präzis genug, um von der Polizei ernst genommen zu werden: «Ich habe gesehen, was ich gesehen habe», sagt er Skeptikern.

Kopf ist ähnlich wie beim Hecht, Schwanz aber nicht

«Natürlich ging mir durch den Kopf, dass mir niemand glauben wird», sagt Pascal. Die Polizei kam gleich am Montagmorgen vorbei und befragte den Fischer genau zur Sache. Er könne verstehen, dass Nicht-Fischer eine Ähnlichkeit zu einem Hecht zu erkennen glauben: «Der Kopf ist ähnlich. Der Schwanz aber nicht.»

Nach diesem Erlebnis wäre er am liebsten noch länger am See geblieben, sagt er. Kritikern, die behaupten, er habe die Geschichte mit dem Kaiman erfunden, um an dieser Stelle des Ufers ungestört zu bleiben, widerspricht er: «Ich habe das Ufer des Hallwilersees nach einer geeigneten Stelle für mich abgesucht und sie dort gefunden. Dort hat es weder Badegäste noch andere Fischer», versichert er.

Über die Herkunft des Reptils kann auch Pascal nur spekulieren: «Entweder wurde es ausgesetzt oder es ist ausgebüxt.» Die Polizei und Experten versichern, der Kaiman sei für Menschen keine Gefahr. Auch der Fischer ist sich sicher, dass das Tier ungefährlich ist: «1,50 Meter klingt nach einem sehr grossen Tier. Der Kopf war aber höchstens 25 Zentimeter lang.» Der Schwanz sei hingegen sehr lang gewesen.

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