KANDIDATUR: Jürg Grossen will Präsident der GLP werden

Die Grünliberalen haben ihren ersten Kandidaten für das Präsidium. Der Berner Nationalrat Jürg Grossen hat am Donnerstag seine Kandidatur angemeldet. Bedeckt halten sich Kathrin Bertschy und Tiana Moser.

Roger Braun
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Jürg Grossen. (Bild: Keystone)

Jürg Grossen. (Bild: Keystone)

Drei Wochen ist es her, seit der allmächtige Präsident der Grünliberalen, Martin Bäumle, seinen Rücktritt bekanntgegeben hat. Seither wurde viel spekuliert, wer seine Nachfolge antreten könnte. Im Mittelpunkt standen zunächst Fraktionschefin und Nationalrätin Tiana Moser (ZH) sowie Nationalrätin Kathrin Bertschy (BE). Zunehmend sprachen GLP-Insider jedoch von Nationalrat Jürg Grossen, dem Unternehmer aus dem Berner Oberland.

Nun wagt Grossen den Schritt. «Ich habe mein Interesse bei der Findungskommission angemeldet», sagt er gegenüber dieser Zeitung. Seine Abklärungen mit der Familie und seiner Firma hätten ergeben, dass er sich die nötige Zeit für das Präsidium nehmen könne.

Erst vor sechs Jahren in sein erstes Amt gewählt

Grossen war der Grossteil seines Lebens ein unbeschriebenes Blatt in der Politik. Ohne in Gemeinde oder Kanton je ein öffentliches Amt innegehabt zu haben, wurde er im Jahr 2011 gleich in den Nationalrat gewählt. Dort hat sich der 47-Jährige vor allem der Energiepolitik gewidmet. Grossen sitzt in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen und gilt im Parlament als überlegter, eher zurückhaltender Politiker. Parteipolitisch hat er die GLP Berner Oberland mitbegründet und war mehrere Jahre Co-Präsident der Kantonalpartei Bern. In Frutigen leitet der dreifache Familienvater ein Elektroplanungsunternehmen mit 37 Mitarbeitern. Nun will er die nationale Partei präsidieren. Er sagt: «Ich bin sehr stark mit der Grünliberalen Partei verbunden und möchte dazu beitragen, dass die Partei den erfolgreichen Weg weitergehen kann.»

Damit hat die GLP ihren ersten Kandidaten für das Präsidium. Weder zu- noch abgesagt haben bisher die beiden jungen, urbanen Frauen der GLP, Kathrin Bertschy und Tiana Moser. Die einstigen Kronfavoritinnen äussern beide grundsätzliches Inter­esse am Amt. Noch zögern sie allerdings mit einer Kandidatur.

Bertschy hatte vor einer Woche laut darüber nachgedacht, ob das Präsidium nicht anders organisiert werden könnte, mit einer stärkeren Verteilung der Aufgaben. Grossen sagt, er werde die nächsten Wochen mit der Findungskommission Gespräche führen, um zu eruieren, was die beste Lösung für die Partei sei. Für Veränderungen in der Organisationsstruktur zeigt er sich offen. «Ich kann mir vorstellen, alleiniges Gesicht der GLP zu sein oder diese Rolle mit anderen Personen zu teilen», sagt er.

Der Vorstand der Grünliberalen will noch diesen Monat einen Vorschlag für die Bäumle-Nachfolge präsentieren. Definitiv entscheiden die Delegierten am 26. August.

Roger Braun