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KATHOLIKEN: Bischöfe wollen Wogen glätten

Die Bischöfe geben sich konziliant. Doch die markigen Äusserungen des Churer Bischofs Huonder machen ihnen zu schaffen.
Sasa Rasic
Der Churer Bischof Vitus Huonder. (Bild: Keystone)

Der Churer Bischof Vitus Huonder. (Bild: Keystone)

Es ist klar ersichtlich, dass die Vertreter der Bischofskonferenz (SBK) zum Abschluss ihrer 303. ordentlichen Versammlung lieber über anderes als das Bistum Chur reden wollen. Die Sätze des Communiqués liest Bischof Markus Büchel, Präsident der SBK und Bischof aus St. Gallen, an der Medienkonferenz mit ernster Miene vom Blatt ab: «Im Glauben sind sich alle Mitglieder der Bischofskonferenz einig.» Die katholische Kirche sei keine Nichtregierungsorganisation, keine Firma und lasse sich nicht nach Belieben reformieren, hielt Büchel fest.

Der Churer Bischof Vitus Huonder reagierte bisweilen schroff auf bestimmte Veränderungswünsche seitens der Gläubigen. Diese hätten sich der Kirche anzupassen und nicht umgekehrt, lautet sein Credo. Für Empörung sorgte seine Idee, dass etwa geschiedene wiederverheiratete Katholiken durch das Verschränken der Arme zu erkennen geben sollen, dass sie die heilige Kommunion nicht empfangen dürfen.

Wirbel um umformulierte Fragen

Am Donnerstag legte Huonder nach. Via Mediencommuniqué kritisierte das Bistum Chur, in der Öffentlichkeit entstehe der Eindruck, dass «der Empfang der Sakramente, insbesondere die heilige Kommunion, für alle Gläubigen ein voraussetzungsloses Grundrecht darstelle und dass sich folglich Bischöfe der Diskriminierung schuldig machten». Die nächsten Proteste gegen Huonders Haltung sind für den nächsten Sonntag angekündigt.

Die SBK «bedauert die Polarisierung». Büchel bekräftigt, die SBK habe kein Aufsichtsrecht über die Bistümer. Auf eine kritische Nachfrage dazu antwortet Büchel jedoch detaillierter. «Die SBK wirkt auf die ganze Schweiz, und wir haben eine dementsprechende Verantwortung. Wir müssen einen Stil entwickeln, bei dem wir zur Sache stehen, aber auch die Anliegen der Menschen ernst nehmen.» Mit Anschuldigungen darauf zu reagieren – wie dies geschehen sei – gehe aber sicher nicht, so Büchel.

Neben dem Fall Huonder gab erneut eine Umfrage des Vatikans zu Familienfragen zu reden. Die SBK vereinfachte die Fragen aus Rom für eine Online-Umfrage auf ihre eigene Weise (Ausgabe vom 26. November 2013). Dabei kam es zu deutlichen Veränderungen. So wurde den Gläubigen die Frage gestellt: «Wünschen Sie sich, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkennt und segnet?» Im Original aus dem Vatikan heisst es aber: «Was ist Ihre Haltung gegenüber dem Staat, der die zivilen Verbindungen Personen desselben Geschlechts fördert, und gegenüber den betroffenen Personen?» Umformuliert wurden die Fragen vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen. Wie der aktuellen «Weltwoche» zu entnehmen ist, handelt es sich aber beim Leiter des Instituts und Verfasser des Fragebogens um Arnd Bünker, einen Aktivisten für die Rechte von Homosexuellen. Die Zeitung stellt deshalb die Frage in den Raum, ob die Fragen manipuliert und suggestiv formuliert worden sind.

Für Gläubige ohne Vorkenntnisse

«Wir haben uns bewusst für eine zweiteilige Befragung entschieden», sagt Walter Müller, Informationsbeauftragter der SBK, gegenüber unserer Zeitung. Die Originalfragen des Vatikans seien an die Diözesen gegangen, während die einzelnen Gläubigen die Einladung zur Online-Befragung mit angepassten Fragen erhalten haben. Müller: «Die Fragen wurden für Gläubige ohne Vorkenntnisse umformuliert und den Gesetzmässigkeiten von Online-Befragungen angepasst.» Von Suggestionen will Müller nichts wissen. «Die Umformulierung der Fragen ist in enger Abstimmung mit Präsidium und Kommunikation der Bischofskonferenz geschehen. Herr Bünker geniesst das Vertrauen der SBK», sagt Müller.

Arbeitsgruppe für Gender-Fragen

Weiter erklärten sich die Bischöfe bereit, 2015 mit einer Sonntagskollekte zur Finanzierung des Solidaritätsfonds für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen beizutragen. Das Bundesamt für Justiz (BJ) hatte die Schaffung eines solchen Fonds im vergangenen Oktober angekündigt.

Die SBK plant zudem eine Arbeitsgruppe zu schaffen, die sich mit Genderfragen auseinandersetzen soll. Diese soll sich mit dem Thema der Geschlechter auseinandersetzen. «Es geht nicht bloss um eine Reaktion auf die geforderten Reformen», erklärte SBK-Präsident Büchel. Angepasst wurde ebenfalls die Zuteilung der Verantwortlichkeiten innerhalb der SBK. So übernimmt Abt Urban Federer (Einsiedeln) die Verantwortung für die Abteilung Bildung sowie für die Liturgie auf nationaler Ebene. Bischof Felix Gmür vom Bistum Basel übernimmt den Sektor «Gerechtigkeit und Frieden».

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