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Ständerat Hans Wicki will es wissen: Karin Keller-Sutter erhält einen ersten Rivalen

Der Nidwaldner FDP-Ständerat Hans Wicki kandidiert für den Bundesrat. An der Medienkonferenz spielte er seine Trümpfe aus – und blieb doch im Schatten von Kronfavoritin Karin Keller-Sutter.
Roger Braun
Hans Wicki stellt sich den Fragen der Medien. (Bild: Keystone)

Hans Wicki stellt sich den Fragen der Medien. (Bild: Keystone)

Der Ort war mit Bedacht gewählt. Im altehrwürdigen Bannersaal im Rathaus von Stans – das Winkelried-Denkmal gleich um die Ecke – gab FDP-Ständerat Hans Wicki am Mittwoch seine Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann bekannt. Und während auf dem Namenskärtchen des Kantonalpräsidenten ein FDP-Logo prangte, war es bei Wicki der Nidwaldner Doppelschlüssel. Es ist jetzt Zeit für einen Nidwaldner Bundesrat», sagte Wicki und verwies darauf, dass die Urschweiz in der Geschichte der Schweiz mit Ludwig von Moos aus Obwalden erst einmal einen Bundesrat stellen konnte.

«Es ist sicher nicht im Sinne der Gründerväter dieses wunderbaren Landes, dass die Urschweiz derart untervertreten ist», sagte Wicki.

Unternehmertum und die Herkunft als Pluspunkte

Wicki spielte damit die Karte, die er spielen musste, will er eine Chance gegen die favorisierte Karin Keller-Sutter haben. Zwar stammt auch die St. Galler Ständerätin aus einem Kanton, der seit längerem nicht mehr vertreten ist im Bundesrat. Doch im Vergleich zu Nidwalden nimmt sich die 32-jährige Abstinenz des Kantons St. Gallen geradezu harmlos aus. Kommt hinzu: Auch die Zentralschweiz war schon länger nicht mehr im Bundesrat vertreten als die Ostschweiz, die mit den Appenzellern Hans-Rudolf Merz und Ruth Metzler vor nicht allzu langer Zeit noch vertreten war. Wicki strich bewusst auch seine unternehmerische Führungserfahrung hervor. Der studierte Ökonom war jahrelang Geschäftsführer und Verwaltungsrat eines internationalen Elektrotechnikunternehmens. «Ich kann ins Feld führen, dass ich politische und unternehmerische Erfahrung mitbringe», sagte der ehemalige Baudirektor von Nidwalden. In den Unterlagen war das Wörtchen «und» fett angestrichen – ein kaum verhüllter Seitenhieb auf Keller-Sutter, die als gelernte Dolmetscherin noch nie ein Unternehmen geführt hat.

Ein Mischmasch aus Deutsch und Französisch

Dass Wicki der St. Gallerin politisch nicht das Wasser reichen kann, wurde an der Medienkonferenz allerdings ebenso deutlich. Auf die Frage nach seiner politischen Vision vertröstete er die Medienschaffenden auf später. Auf die Frage eines Westschweizer Journalisten nach seinen Kenntnissen der Landessprachen versuchte er auf Französisch zu antworten, gab dann aber nach einem kuriosem Mischmasch aus Deutsch und Französisch auf. Wicki räumte ein, dass er nach drei Jahren im Bundesparlament ausserhalb der Zentralschweiz wenig bekannt sei. «Ich pflege nur etwas zu sagen, wenn ich auch etwas davon verstehe», begründete er. «Und somit habe ich nicht so viel sagen müssen, weil ich noch nicht so viel verstehe.» Sei ihm aber etwas wichtig, habe er sich auch dazu geäussert.

Auch wenn Wickis Wahlchancen gegen die profilierte Keller-Sutter minimal sind: Für die FDP ist der Nidwaldner gleichwohl ein Glücksfall, weil die Partei der Bundesversammlung nun eine Auswahl präsentieren kann. Ob mit dem Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler ein dritter Kandidat dazukommt, entscheidet sich am Donnerstag.

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