Wohlen

Kernstadt nur auf dem Papier

Zusammen mit Orten wie Baden und Aarau wird auch Wohlen im Richtplan als Kernstadt aufgeführt. Beim öffentlichen Verkehr hält sich der Kanton aber nicht an die eigenen Vorgaben. «Wohlen verdient eine bessere Behandlung», meint die örtliche CVP und fordert konkrete Massnahmen.

Drucken
Teilen
Kernstadt nur auf dem Papier

Kernstadt nur auf dem Papier

Fabian Hägler

Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg, Rheinfelden, Zofingen – das sind, zusammen mit Wohlen, die Aargauer Kernstädte. So hält es der Kanton in seinem neuen Richtplan fest. «In der Umsetzung wird Wohlen aber nicht als Kernstadt behandelt», kritisiert die örtliche CVP in einer Stellungnahme.

Kernstädte seien als Standorte mit zentralen Einrichtungen und Knotenpunkten des übergeordneten Verkehrsnetzes definiert, betont die CVP Wohlen. Das Freiämter Regionalzentrum solle auch entsprechend behandelt werden, fordert die Ortspartei.

Kernstadt ohne Schnellzughalt

Speziell die unbefriedigende Situation im öffentlichen Verkehr stösst der CVP Wohlen sauer auf. Mit dem Kapitel Personenfernverkehr im neuen Richtplan ist sie überhaupt nicht einverstanden. «Als einzige der aargauischen Kernstädte verfügt Wohlen über keinen Halt im Personenfernverkehr. Hier missachtet der Kanton krass seine eigenen Festlegungen», kritisiert die Ortspartei. Und sie betont: «Wohlen will einen Schnellzughalt und hat auch Anrecht darauf. Auch für die CVP ist klar, dass grössere Änderungen bei übergeordneten Verkehrsbeziehungen nicht kurzfristig umzusetzen sind.

«Die Inbetriebnahme des Gotthardbasistunnels (2016/17) und der Durchmesserlinie Zürich ermöglicht aber neue Schnellzuglinien, welche bisherige Linien entlasten», gibt die Wohler CVP zu bedenken,

«Engpässe umfahren und dadurch schneller werden» lautet der Ansatz der CVP. Denkbar sind für sie Schnellzuglinien von Basel über Aarau oder Brugg ins Tessin unter Umgehung des Flaschenhalses Luzern. Als Minimum sieht die CVP eine ergänzende Schnellzugverbindung von Aarau nach Arth-Goldau. An solchen Linien sei in Wohlen ein Schnellzughalt einzurichten.

Regionalverkehr verbessern

Auch bei den Verbindungen von Wohlen in die benachbarten Zentren sieht die CVP einiges Verbesserungs-potenzial. Der Kanton hält bei den Planungsgrundsätzen fest, dass der Regionalzugverkehr im Halbstundentakt mit Verdichtung in den Stosszeiten auf die Verbindungen in die aargauischen Zentren und in Richtung Basel und Zürich auszurichten sei. «Das ist zwar richtig, aber lückenhaft», kritisiert die CVP. Wieder fehlten aus Freiämter Sicht «unverständlicherweise die Ausrichtung auf die südlichen Zentren Zug und Luzern». Ausserdem sei Baden von Wohlen aus nur umständlich erreichbar, «und auch Aarau zeitweise nur mit Umsteigen». Dieses heutige Angebot muss aus Sicht der CVP dringend verbessert werden.

Direkte S-Bahn nach Zürich

Weiter fordert die CVP Wohlen «mindestens eine direkte S-Bahn-Verbindung nach Zürich» pro Stunde. Sollte der Heitersbergtunnel tatsächlich ein Engpass sein, könne dafür bis zum späteren Bau von Heitersberg II das Trassee Mellingen–Baden Oberstadt–Wettingen reaktiviert werden.

Aus der Sicht der CVP müssen die Modernisierung und der Ausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn (BD) auch in Wohlen vorangetrieben werden. Sie unterstützt die Bestrebungen für eine BD-Haltestelle beim Bifang und regt zudem an, beim Bahnübergang zwischen Wohlen und Waltenschwil eine weitere Haltestelle vorzusehen.