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KIRCHE: Gesucht: Katholische Superprediger

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund verleiht einen Predigtpreis. Die katholischen Seelsorger zeigen bis jetzt wenig Interesse am Wettbewerb. Bischof Felix Gmür will das nun ändern.
Kari Kälin
Bischof Felix Gmür während einer Predigt an einer Bauernwallfahrt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Bischof Felix Gmür während einer Predigt an einer Bauernwallfahrt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Kari Kälin

Dotiert ist der Preis mit 3000 Franken, am nächsten Sonntag ist Anmeldeschluss, gekürt werden die Siegerbeiträge am 6. November: Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) verleiht dieses Jahr zum zweiten Mal den Schweizer Predigtpreis.

Im Jahr des Reformationsjubiläums weht ein ökumenischer Geist beim Wettbewerb. Anders als bei der Premiere vor drei Jahren richtet er sich nicht nur an protestantische, sondern an Seelsorger aller Schweizer Kirchen. Die Jury ist jedoch protestantisch dominiert, Vertreter der katholischen Amtskirche fehlen gänzlich. Die Predigten sollen unter dem Motto «Quer denken, frei handeln, neu glauben» stehen. Die Juroren bewerten unter anderem, wie der Bibeltext auf das Hier und Jetzt übertragen wird. Die Predigten werden in anonymer Form beurteilt, «um unwillkürliche Bevorzugungen oder Benachteiligungen auszuschliessen», wie Otto Schäfer sagt. Der SEK-Beauftragte für Theologie und Ethik ist verantwortlich für den Wettbewerb.

Ein Seminar für die Seelsorger im Bistum Basel

Bis jetzt sind beim SEK knapp 100 Predigten eingereicht worden. Eine Einteilung nach Konfessionen existiert nicht. Aber offenbar hält sich das Interesse bei den Katholiken in Grenzen. «Nach meinem Eindruck hat es sich nicht sofort herumgesprochen, dass wir gerne auch Predigten von katholischen Predigenden entgegennehmen», sagt Otto Schäfer. Und: «Es wäre schön, wenn möglichst viele die verbleibenden Tage bis zum Ende der Einreichefrist nutzen würden.»

Schützenhilfe erhält Schäfer von Bischof Felix Gmür. Der Oberhirte des Bistums Basel ermunterte seine Seelsorger vor Ostern öffentlich, am Predigerwettbewerb mitzumachen. Er schickt sie in diesem Jahr gleichzeitig in ein Seminar, um den Auftritt von der Kanzel zu verbessern. Sind die Predigten in den Kirchen des Bistum Basels momentan zu langweilig? «Pauschal kann man sicher nicht sagen, dass die Predigerinnen und Prediger im Bistum Basel langweilig predigen», sagt Thomas Kyburz-Boutellier, Bildungsverantwortlicher des Bistums Basel. Eine Predigt sei aber auch eine Kunst, die in der Medien- und Unterhaltungsgesellschaft grosse Konkurrenz bekommen habe. «Deshalb setzt Bischof Felix Gmür auf die Stärkung der Predigtkompetenz seiner Seelsorgerinnen und Seelsorger.»

Wohl nicht im Sinne des emeritierten Papstes

Gegenüber «blick.ch» sagte Gmür, man könne zum Beispiel Bibelstellen mit aktuellen politischen Ereignissen verknüpfen. Im «Sonntags-Blick» lieferte er neulich gleich selber Anschauungsunterricht: Bischof Gmür plädierte für ein Ja für die Energiestrategie, um die Schöpfung zu wahren. Wie stark Gmürs Aufruf an seine Kirchenmänner gefruchtet hat, ist unbekannt. Beim Bistum St. Gallen und beim Bistum Chur gab es keine Appelle, sich am Wettbewerb der Superprediger zu beteiligen.

Derartige Veranstaltungen kritisch beäugen dürfte der emeritierte Papst Benedikt XVI. Als er noch Kardinal Joseph Ratzinger hiess, schrieb er im Interview-Buch «Zur Lage des Glaubens», die Liturgie sei keine Show, kein Schauspiel, für das geniale Regisseure und talentierte Vortragende nötig seien. Und Kardinal Ratzinger fuhr fort: «Die Liturgie ist nicht Ausdruck des Aktuellen und seiner Vergänglichkeit, sondern vom Mysterium der Gegenwart des Heiligen.»

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