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KIRCHE: Papst gibt Huonder zusätzliche Aufgabe

Der umstrittene Churer Bischof begutachtet im Auftrag Roms die Bruderschaft St. Petrus. Seine Gegner wittern darin einen ersten Schritt in Richtung Absetzung.
Christian Hodel
Papst Franziskus empfängt den Churer Bischof Vitus Huonder bei einem Rombesuch vom vergangenen Februar. (Bild: PD)

Papst Franziskus empfängt den Churer Bischof Vitus Huonder bei einem Rombesuch vom vergangenen Februar. (Bild: PD)

Rom erteilt dem Churer Bischof Vitus Huonder einen Auftrag. Die päpstliche Kommission Ecclesia Dei hat ihn mit der Visitation der Priesterbruderschaft Sankt Petrus betraut (siehe Kasten). Dies teilte gestern das Bistum Chur mit.

Die Visitationen dienen der Qualitätskontrolle. Dabei besuchen Vertreter Roms in regelmässigen Abständen kirchliche Gemeinschaften und beurteilen, inwiefern die von der Kirche gestellten Aufgaben erfüllt werden. Huonder wird als Hauptvisitator für die Begutachtung verantwortlich sein, eine noch unbekannte Anzahl von Kirchenvertretern aus anderen Ländern unterstützt ihn.

Angespanntes Verhältnis in Chur

Laut Giuseppe Gracia, Sprecher des Bistums Chur, wird Huonder während des nächsten halben Jahres die Petrusbrüder inspizieren. Diese haben etwa Niederlassungen in den USA, in Deutschland, Österreich oder Frankreich. Der Hauptsitz ist in Freiburg. Trotz der neuen Aufgabe werde der Bischof «möglichst viel im Bistum Chur sein», sagt Gracia.

Dass die Wahl auf den Churer Bischof fiel, wertet das Bistum als römischen Vertrauensbeweis. Es sei «Ausdruck von diplomatischer Klugheit», sagt Gracia. Damit spricht er das angespannte Verhältnis an, das derzeit im Bistum Chur herrscht. Noch vor gut drei Wochen protestierten über 2000 Katholiken gegen die konservative Leitung des Bistums. In einem Schreiben forderten sie die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) auf, Huonder durch einen Administrator zu ersetzen.

Stützt nun Rom Huonder in dieser Krise? SBK-Sprecher Walter Müller mag sich dazu nicht äussern. Gesprächiger ist Markus Heil, Leiter der Pfarrei-Initiative: «Bei der Petrusbruderschaft ist Bischof Vitus Huonder mit seiner Gedankenwelt am richtigen Platz.» Mit der Ernennung zum Hauptvisitator stärke Papst Franziskus aber keineswegs Huonders Rücken. Anders als für den abgesetzten deutschen «Prunkbischof» Tebartz-van Elst habe Rom für den Churer Bischof nun «schon eine neue Aufgabe gefunden», sagt Heil und fügt an: «Wenn das Bistum selbst schreibt, ‹der Bischof würde sich deswegen für Aufgaben im Bistum vertreten lassen›, dann ist darin vielleicht eine diplomatische Lösung für eine Vertretung schon angebahnt.» Oder anders formuliert: Die Bischofsgegner wittern im päpstlichen Auftrag den ersten Schritt in Richtung Huonders Absetzung.

«Huonder wird im Amt gestärkt»

Markus Ries, Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Luzern, hingegen widerspricht: «Der Churer Bischof wird mit der zusätzlichen Aufgabe in seinem Bischofsamt gestärkt.» Bereits der Umstand, dass er sich nun in der Öffentlichkeit auf Fotos mit «dem Sympathieträger Papst Franziskus» zeige, gebe Huonder Rückendeckung. Ausserdem würden nur Personen Visitationen durchführen, die selber an der Front seien. Dass es nun für die Petrusbruderschaft Vitus Huonder sei, erstaune wenig, sagt Ries. «Für solche Aufgaben sucht sich Rom eine Person aus, die den zu kontrollierenden Gemeinschaften nicht ablehnend gegenübersteht.»

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