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KOMMENTAR: Cargo sous terrain: Knackpunkt letzte Meile

Maurizio Minetti, stv. Leiter Wirtschaft, zur geplanten unterirdischen Güterbahn.
Maurizio Minetti
Maurizio Minetti (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 5. Dezember 2017))

Maurizio Minetti (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 5. Dezember 2017))

Es ist ein kühner Plan. Ab dem Jahr 2045 soll in der Schweiz eine unterirdische Güterbahn in Betrieb sein, die Millionen Tonnen Pakete automatisiert und digital gesteuert quer durch die Schweiz transportiert. Die Initianten von Cargo sous terrain haben die für den ersten Schritt notwendigen 100 Millionen Franken nun zusammengebracht. 33 Milliarden Franken wird das komplette Tunnelsystem voraussichtlich am Ende kosten. Als Nächstes soll der Bund für den recht­lichen Rahmen sorgen.

Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels bahnt sich damit bereits das nächste Jahrhundertprojekt an. Zwar gibt es noch viele Unwägbarkeiten auf dem Weg zur vollausgebauten unterirdischen Güterbahn. Doch die Zusagen der Investoren zeigen, dass die Initianten mit ihrer Idee einen Nerv getroffen haben. Mit dem unterirdischen Logistiksystem sollen Schienen, Autobahnen und regionale Strassen vom Lastwagenverkehr entlastet werden – wer möchte das nicht?

Der Knackpunkt für die Realisierung des Projekts wird allerdings die Feinverteilung sein. Einmal an einem sogenannten Hub angekommen, müssen die Pakete auf normalem Weg oberirdisch bis zu den Haustüren der Kunden transportiert werden. Schon heute verstopfen Paketlieferdienste die Strassen in den Städten.

Es kann nicht Ziel eines innovativen Logistiksystems sein, dass am Ende der Verkehr in dicht besiedelten Gebieten gar noch zunimmt. Die Initianten haben mit dem Konzept eines unter­irdischen Transportsystems einen Coup gelandet. Jetzt müssen sie auf der sogenannten letzten Meile genauso viel Innovationsgeist zeigen.

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

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