KOMMENTAR: Milchpreis: Der Markt bestimmt

Stellvertretender LZ-Chefredaktor Roman Schenkel mit einem Kommentar zum Milchpreis.

Roman Schenkel
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Roman Schenkel

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Die Milchbüechli-Rechnung ist schnell gemacht:Übersteigen die Produktionskosten die Einnahmen, dann macht das Geschäft keinen Sinn. Damit müssen sich in der Schweiz mehr und mehr Bauern abfinden. Pro Jahr geben laut Bauernverband rund 800 Betriebe die Milchproduktion auf. Der Milchpreis ist für sie schlicht zu tief, um davon leben zu können.

Der Zerfall des Milchpreises ist kein neues Phänomen. Die Zeiten der staatlich garantierten Preise sind längst vorbei. Der Preis pro Kilo Milch erodiert seit Anfang der Neunzigerjahre – seit dann wird die Schweizer Landwirtschaft mehr und mehr liberalisiert. Heute werden die Milchpreise stark von den Ent- wicklungen auf den internationalen Märkten bestimmt. Sinken die Preise im Ausland, fallen die Preise auch in der Schweiz.

Für die Bauern mag die Libera­lisierung der Landwirtschaft schmerzhaft sein. Ein Schritt zurück ist aber keine Option. Ignorierte die Schweiz den internationalen Markt, bekämen dies die Milchbauern genauso zu spüren: Die Verbraucher wie Emmi oder Coop würden sofort mehr Milch aus dem günstigeren Ausland importieren. Hinzu kommt: Der Markt ist keine Einbahnstrasse. Der Milchpreis bewegt sich auch nach oben. Das hat die gestrige Erhöhung des Richt- preises um 3 Rappen gezeigt.

Roman Schenkel

roman.schenkel@luzernerzeitung.ch