KOMMENTAR: Sympathie reicht im Zweifel nicht

Bundeshaus-Korrespondentin Eva Novak über das Nein zur Juso-Initiative gegen die Nahrungsmittelspekulation.

Drucken
Teilen
Eva Novak, Bundeshaus-Korrespondentin. (Bild: Ruben Sprich)

Eva Novak, Bundeshaus-Korrespondentin. (Bild: Ruben Sprich)

Mit Essen spielt man nicht: Was die meisten von uns schon als Kinder verinnerlicht haben, münzten die Jungsozialisten in eine Volksinitiative um. Ihr Versuch, Spekulation mit Lebensmitteln zu verbieten, stiess denn auch über das linke Lager hinaus auf Sympathien.

Auch die Ja-Parolen bäuerlicher und christlicher Organisationen reichten jedoch nicht. Bis zum Schluss blieb umstritten, ob ein Spekulationsstopp wirklich das richtige Mittel ist, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Das Gegenteil könnte eintreffen, warnten die Wirtschaft und selbst Teile der Wissenschaft.

Den Juso ist es nicht gelungen, diese Zweifel zu zerstreuen. Im Zweifel aber sagen der Stimmbürger und die Stimmbürgerin Nein. Sie tun dies erst recht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie heute, da im Wochentakt Arbeitsplätze verschwinden.

Die Juso brauchen sich deswegen nicht zu grämen. Mit bescheidenen Mitteln haben sie einen fast gleich grossen Ja-Anteil wie die initiativerprobte SVP geschafft. In zwei Kantonen konnten sie gar eine Mehrheit überzeugen. Für die Jungpartei ist das mehr als nur ein Achtungserfolg. Selbst die «grosse» SP kann davor den Hut ziehen.