Kopftuch an Schulen: Bereits 10 Gemeinden erlassen Verbot

Der Erziehungsrat des Kantons St. Gallen will das Kopftuch an den Schulen verbieten. Laut Recherchen des «Sonntag» haben bereits zehn St. Galler Gemeinden ein Kopfbedeckungsverbot in der Schulordnung verankert

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Keystone

Dazu gehören Bad Ragaz und Widnau: «In unseren Schulhausordnungen ist vermerkt, dass Kopfbedeckungen beim Betreten des Schulzimmers abzunehmen sind. Das gilt auch für das Kopftuch», sagt Hugo Fehr, Schulratspräsident von Widnau.
Auch die Gemeinde St. Margrethen greift jetzt durch: Das Kopfbedeckungsverbot, das bisher auf der Oberstufe gilt, wurde dieses Jahr auf die Primarschule ausgeweitet: «Seit Juni ist zudem explizit das Kopftuch erwähnt», sagt Roger Trösch, Schulratspräsident von St. Margrethen.

St. Gallen: Fünf Schülerinnen tragen den Hejab

Die Stadt St. Gallen, wo derzeit fünf muslimische Schülerinnen dem Hejab zur Schule gehen, hat ebenfalls eine Kopftuchsperre erlassen. Bewilligungen gibt es in Ausnahmefällen, sagte CVP-Stadträtin Barbara Eberhard im «Sonntag»: «Dazu braucht es Abklärungen von Seiten der Schule, dass das Mädchen das Kopftuch freiwillig trägt.» Auch Rorschach und Wil haben die Kopftuchfrage geregelt - verbunden mit einem Betzwang für Kopftuchträgerinnen:

Der Hejab sei im Unterricht verboten, sagt die Wiler Schulratspräsidentin Marlis Angehrn. Eine Ausnahmebewilligung werde nur erteilt, wenn muslimische Schülerinnen die Hauptpflicht des Koran erfüllen würden und «in einem extra zur Verfügung gestellten Raum beten».