Bei Katastrophen alarmiert der Bund künftig auch per App 

Bei Notlagen und Katastrophen können die Behörden neu mit der App Alertswiss Alarm schlagen. Verteidigungsminister Guy Parmelin ruft die Bevölkerung dazu auf, diese herunterzuladen. Aber auch künftig wird mit Sirenen und über Radio alarmiert.

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Neu schlagen die Behörden im Notfall per App Alarm. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Neu schlagen die Behörden im Notfall per App Alarm. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Im Notfall stünden auf diesem Kanal Informationen aus erster Hand zur Verfügung, sagte er am Donnerstag vor den Bundeshausmedien. Katastrophen wie Erdbeben, Waldbrände oder ein Chemieunfall könnten sich jederzeit und ohne Vorwarnung ereignen. Auch die Terrorgefahr sei real.

Bisher wurde mit Sirenen und über Radio alarmiert. Das geschieht auch in Zukunft, die App und die Informationen auf der Alertswiss-Website ersetzen diese Kanäle nicht. Der Sirenenalarm kann sogar direkt über das Alertswiss-System ausgelöst werden.

Generation ohne Radio

Mit der App hoffen die Behörden aber auch jene Bevölkerungsschichten zu erreichen, die nicht Radio hören oder mit einem Sirenenalarm nichts anzufangen wissen. Das sind vor allem jüngere Leute, Menschen mit einer Hörbehinderung, aber auch Zugewanderte und Touristen.

Die App ist vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) in Zusammenarbeit mit den Kantonen entwickelt worden. Der Bund betreibt die technische Infrastruktur. Ausgelöst wird der Alarm jedoch meist dezentral, in der Regel in der Einsatzzentrale der Kantonspolizei. Dort werden auch die Informationen über das Ereignis zusammengetragen und die Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung formuliert.

«Mit der App können sie ohne Verzögerung weitergegeben werden», sagte der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann, Vizepräsident der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz KKJPD. In Notlagen sei Alertswiss damit der direkte Draht der Polizei zur Bevölkerung. Bei Grossereignissen kann auch die Nationale Alarmzentrale (NAZ) Alarm auslösen und Informationen verbreiten.

Neue Kanäle

Laut Babs-Direktor Benno Bühlmann ist die Entwicklung mit der Lancierung von Alertswiss nicht abgeschlossen. Niemand wisse, wie in zehn Jahren alarmiert werde, sagte er. Das Babs plant schon heute die Ausweitung der Alarmierung auf weitere Kanäle. Nächstes Jahr soll der MeteoSchweiz-Alarm in Alertswiss eingebunden werden. Geplant ist auch, Newsportale oder Bildschirme in Einkaufszentren für die Alarmierung der Bevölkerung zu nutzen.

Die neue App kann individuell konfiguriert werden. Entweder benachrichtigt sie über Ereignisse am aktuellen Standort oder in ausgewählten Gebieten. Sie enthält auch Informationen über Vorbereitungen auf einen Notfall. Ausserdem beschreibt sie bestimmte Notlagen und gibt allgemeine Verhaltensempfehlungen, beispielsweise bei einem AKW-Unfall oder einem Erdbeben.