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Kopieren des neuen Tarnmusters streng verboten

Die Kampfanzüge bekommen eine aufgefrischte Camouflage. Die Schweizer Armee lässt den Flecktarn markenrechtlich schützen. Händler, die dagegen verstossen, müssen mit einer Abmahnung rechnen.
Sven Altermatt
Das neue Tarnmuster: Kein Schwarz mehr, nun dominieren braune und dunkelbeige Töne.

Das neue Tarnmuster: Kein Schwarz mehr, nun dominieren braune und dunkelbeige Töne.

Angesagte Farben und fesche Schnitte? Nein, mit saisonalen Trends hat es nichts zu tun, wenn die Schweizer Armee eine neue Uniform bekommt. Und trotzdem werden sich die Soldaten demnächst so sichtbar verändern wie seit Jahren nicht mehr. Gut 3000 Franken pro Person investiert die Armee in die aufgerüstete Kleidung ihrer Angehörigen. Das im vergangenen Winter vorgestellte «Modulare Bekleidungs- und Ausrüstungssystem» soll ab 2022 die «Kampfbekleidung 90/06» ersetzen. Ins Auge stechen dürfte vor allem das neue Tarnmuster – die Camouflage, wie es Fachleute nennen: Die Kampfanzüge werden bleicher.

Der Flecktarn bisher: braun, schwarz, grün.

Der Flecktarn bisher: braun, schwarz, grün.

Der Flecktarn des Overalls ist bisher in braunen, schwarzen und grünen Tönen gehalten. Während die rote Farbe schon beim «Tarndruck 90» wegfiel, muss beim neuen «Multiumfeld-Tarnmuster 16» nun auch das Schwarz daranglauben. Braune und dunkelbeige Töne dominieren künftig. Zufall ist das natürlich nicht: Bisher war der Tarnanzug dafür ausgelegt, Soldaten gut zu tarnen, wenn sie im Schweizer Mischwald unterwegs sind.

Ein Muster für alle Lebenslagen

Doch die Einsatzgebiete der Armee haben sich verändert, und damit auch die dominierenden Farben: Sie sollen in beliebigen Umgebungen eine optimale Tarnung ermöglichen. Also auch in urbanen Gefilden, wo das Gelände nicht mehr vorrangig grün ist. Verbessert wird nicht nur die Camouflage an sich. Die Armee will die kommerzielle Verbreitung ihres Tarnmusters einschränken. Ein Markenschutzeintrag verhindert, dass Kleidung mit Schweizer Camouflage von kommerziellen Anbietern verwendet wird. Eine Zürcher Anwaltskanzlei hat im Auftrag der Rüstungsbeschafferin Armasuisse ein Gesuch beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) deponiert. Geschützt werden primär die Konturen und Formen der Flecken sowie die Farbzusammenstellung. «Der Schutz soll sicherstellen, dass keine Kopien der Uniformen in den Umlauf geraten», sagt Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert.

Abwegig ist das nicht. Alle paar Jahre schafft es der «Military Look» auf die Laufstege. Wenn die Moderiesen ihre Kleiderstangen mit Camouflage-Shirts bestücken, kaufen auch Zivilisten gern Flecktarn; oft frei von militärischen Überzeugungen und ohne ethische Hintergedanken. Während eine originalgetreue Camouflage bei Alltagskleidern kaum eine Rolle spielen dürfte, ist es Army Shops wichtig, möglichst echt wirkende Stücke zu verkaufen. Bereits das bisherige Tarnmuster geniesst Markenschutz. Wer es kopiert, muss mit einer Abmahnung rechnen.

Zugehörigkeit erkennbar

Armasuisse-Mann Sievert bestätigt entsprechende Fälle: «Anbieter wurden durch unseren Rechtsdienst auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht.» Die Schutzrechte umfassen das ganze Erscheinungsbild. Das bedeutet: Selbst wenn bei einem Produkt nicht exakt das Schweizer Tarnmuster verwendet wird, es aber derart identisch ist, dass es zu Verwechslungen kommen könnte, darf es nicht in den Handel gelangen. Was die Charakteristik angeht, bleibt die Schweizer Armee beim «Multiumfeld-Tarnmuster 16» den bewährten Konturen und Formen treu. Die Flecken sind unregelmässig angeordnet, ein eindeutiges Muster ist nicht festzumachen, geometrische Formen fehlen. Das «Erkennen der Landeszugehörigkeit» sei ein wichtiger Aspekt, heisst es bei Armasuisse. Die Overalls sollen unmissverständlich signalisieren, zu welcher Armee ein Soldat gehört. Um die Herkunft zu unterstreichen, sind im Tarnmuster übrigens Schriftzüge wie «Schweizer Armee», «Armee Suisse» oder «Esercito Svizzero» integriert – von blossem Auge sind sie kaum zu erkennen.

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