KORRUPTION: Schweiz soll Kanadier ausliefern

Er soll die Regimes der gestürzten Diktatoren in Nordafrika mit Millionen geschmiert haben. Seit 2012 sitzt ein Ex-Manager eines kanadischen Bauriesen in der Schweiz in U-Haft.

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Riadh Ben Aiss ist seit April 2012 in Haft. (Bild: PD)

Riadh Ben Aiss ist seit April 2012 in Haft. (Bild: PD)

In der Affäre um kanadische Schmiergelder, die über Schweizer Konten ans Ghaddafi-Regime in Libyen und an den Ben-Ali-Clan in Tunesien geflossen sein sollen, kommt es zu einer Wende.

Beschwerde gegen Auslieferung

Der Hauptbeschuldigte im Verfahren der Bundesanwaltschaft soll an Kanada ausgeliefert werden. Das Bundesamt für Justiz hiess ein Auslieferungsgesuch Kanadas gut, wie Ingrid Ryser, Sprecherin des Bundesamtes für Justiz, auf Anfrage der «Zentralschweiz am Sonntag» bekannt gab.

Der kanadisch-tunesische Doppelbürger Riadh Ben Aissa, der seit April 2012 in Untersuchungshaft sitzt, wehrt sich aber mit einer Beschwerde ans Bundesstrafgericht in Bellinzona gegen die Auslieferung. Dort ist der Fall zurzeit hängig.

Der 55-jährige soll als Vizepräsident des kanadischen Bau- und Ingenieurkonzerns SNC-Lavalin Aufträge in verschiedenen Ländern durch Schmiergeldzahlungen ergattert und rund 50 Millionen Dollar in die eigenen Taschen abgezweigt haben. Die Bundesanwaltschaft liess den Hauptsitz des grössten kanadischen Baukonzerns auf dem Rechtshilfeweg durchsuchen. Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf Steuerparadiese wie die Isle of Man, Monaco und die Bahamas.

Baukonzern mit Sitz Montreal

Die SNC Lavalin Group ist ein kanadischer Bau- und Anlagenbau-Konzern mit Sitz in Montreal. Die Frima plant und realisiert vorwiegend grössere und komplexe Bauvorhaben in den Bereichen Industrie- und Anlagenbau, Infrastruktur- und Verkehrsprojekte. Das Unternehmen zählt über 33 000 Mitarbeiter.

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