Bannalp (NW)
Kühe töten einen Hund und verletzen den Hundehalter

Im Wandergebiet Bannalp kam es zu einem Zwischenfall. Der Wanderweg zur Schonegg bleibt deshalb vorerst geschlossen.

Markus von Rotz
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Eine Tafel macht auf die Mutterkühe aufmerksam. (Symbolbild: KEYSTONE/Arno Balzarini)

Eine Tafel macht auf die Mutterkühe aufmerksam. (Symbolbild: KEYSTONE/Arno Balzarini)

CH Media

(pd/mvr) Gemäss Informationen der Kantonspolizei wurde ein Hund von einer Kuhherde zu Tode getrampelt. Für diese Annahme stützt sich die Polizei auf Aussagen des zuständigen Älplers und eines beim Zwischenfall ebenfalls verletzten Hundehalters. Der Älpler rief am Dienstag die Polizei an und schilderte, dass seine Mutterkuhherde aufgebracht sei und in unmittelbarer Nähe ein Hund regungslos auf der Alpweide liege. Abklärungen der Polizei ergaben, dass sich der Vorfall im Gebiet zwischen Bannalp und Schonegg oberhalb von Wolfenschiessen bereits am Montagnachmittag zugetragen hat, wie sie in ihrer Mitteilung schreibt.

Ein Wanderer geriet unter eine Mutterkuh

Ein involvierter Hundehalter beschrieb den Hergang so: Er und ein weiterer Hundebesitzer seien mit zwei anderen Personen und den beiden angeleinten Hunden auf einer Wanderung gewesen. Dabei querten sie die besagte Alpweide, bei der eine Tafel zur Rücksichtnahme auf die Mutterkühe auffordert.

Eine Tafel macht auf die Mutterkühe aufmerksam. (Symbolbild: KEYSTONE/Arno Balzarini)

Eine Tafel macht auf die Mutterkühe aufmerksam. (Symbolbild: KEYSTONE/Arno Balzarini)

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Als sich die Viehherde den Wanderern bedrohlich näherte, beschlossen sie, ihre Hunde, von denen sich die Mutterkühe und Kälber offensichtlich angegriffen fühlten, von der Leine zu nehmen, damit sie fliehen können. Einer der Halter konnte jedoch die Leine nicht rechtzeitig lösen und kam samt Hund unter die Herde. Der Mann konnte sich auch dank dem beherzten Eingreifen des anderen Hundehalters befreien, zusammen mit seinen Begleitern fliehen und sich eigenständig in ärztliche Behandlung begeben. Dabei wurden Verletzungen am ganzen Körper festgestellt, er konnte das Spital am Folgetag jedoch wieder verlassen. Der Hund wurde bei diesem Vorfall tödlich verletzt.

Weg bleibt bis auf weiteres geschlossen

Die polizeilichen Abklärungen ergaben, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Verdacht auf eine Straftat vorliege. Nach Bekanntwerden des Vorfalls haben die Wanderweg-Verantwortlichen der Gemeinde Wolfenschiessen den Wanderweg von der Bannalp zur Schonegg aus Sicherheitsgründen und zur Beruhigung der Viehherde bis auf weiteres gesperrt. Die Gemeinde stehe zwecks weiterem Vorgehen in Kontakt mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft.

Diese Stelle und die Schweizer Wanderwege geben folgende Verhaltenstipps gegen unliebsame Begegnungen mit Kühen:

  • Beachten Sie die Infotafeln. Verhalten Sie sich ruhig, scheuchen Sie die Tiere nicht auf. Im Allgemeinen sind Kühe neugierig und nicht gefährlich.
  • Bleiben Sie möglichst auf dem Wanderweg. Stehen Kühe im Weg, halten Sie Abstand und gehen Sie in sicherer Distanz um die Herde herum. Erschrecken Sie die Tiere nicht und drehen Sie ihnen nicht den Rücken zu.
  • Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und halten Sie ihn unter Kontrolle. Hunde erregen bei Kühen, Rindern und Stieren erhöhte Aufmerksamkeit. Nehmen Sie ihn auf die der Herde abgewandte Seite. Falls Kühe Ihren Hund angreifen, lassen Sie ihn los, damit er fliehen kann. Er ist meist schnell genug.
  • Drohgebärden von Kühen zeichnen sich durch Heben und Senken des Kopfes, Schnauben, Scharren und Brüllen aus. Verlassen Sie bei solchen Alarmsignalen die Weide langsam rückwärts. Schnelle Bewegungen wirken bedrohlich.