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LANDESAUSSTELLUNG: Der Aargau will die Ostschweiz beerben

Nachdem die Ostschweizer sich gegen eine Landesaustellung ausgesprochen haben, will nun der Aargau in die Bresche springen. Doch das Projekt steht nicht allein: Initiiert von Zürich, planen zehn Städte exakt dasselbe.
Richard Clavadetscher
Kurt Schmid, Aargauer Gewerbeverbandspräsident, will die Expo in der Nordwestschweiz. (Bild: PD)

Kurt Schmid, Aargauer Gewerbeverbandspräsident, will die Expo in der Nordwestschweiz. (Bild: PD)

«Svizra 27» heisst das Projekt einer Landesausstellung in der Nordwestschweiz. Ein rätoromanischer Name für eine Landesausstellung abseits des Bündnerlandes? Was auf den ersten Blick befremdlich wirkt, erschliesst sich auf den zweiten: Rätoromanen sind uns bekanntlich lieb und teuer – vor allem teuer, was schon der stete Fluss von «Subven­ziuns» nach rätisch Bünden belegt. – Lieb und teuer: dies muss der Bevölkerung auch eine Landesausstellung sein, wenn sie denn zustande kommen will. Den Ostschweizern war sie es bekanntlich nicht: Die Thurgauer und St. Galler verwarfen die Idee in Planungskredit-Abstimmungen Mitte vergangenen Jahres.

Im Aargau aber herrscht Zuversicht. Nur wenige Tage nach dem Scheitern des Ostschweizer Projekts versicherte der rührige Aargauer Gewerbeverbandspräsident Kurt Schmid unserer Zeitung, er werde nun ein Projekt wiederbeleben, das er aufgeben musste, weil es zu spät kam: Bund und die Konferenz der Kantonsregierungen hatten sich bereits für das Ostschweizer Vorhaben ausgesprochen.

Schmid hat Wort gehalten: Gestern präsentiert er sich in Brugg den Medien samt Grundkonzept für eine Landesausstellung in neuer Funktion, nämlich als «Präsident des Vorstands des Trägervereins Svizra 27».

«Svizra 27» soll unter dem Motto «Mensch – Arbeit – Zusammenhalt» stehen und damit «den Besuchern eine Auseinandersetzung mit dem Berufs- und Geschäftsalltag» ermöglichen. Laut Schmid steht die Zahl 27 «für den Bund und die 26 Kantone», sie «kann» (Schmid) zudem «für das Durchführungsjahr 2027 stehen».

Hearings mit Bevölkerung

Die Idee hat prominente Unterstützer: SP-Ständerätin Pascale Bruderer gehört ebenso dazu wie die Nationalräte Sylvia Flückiger (SVP) und Thierry Burkart (FDP). Neben dem Gewerbeverband ist zudem die Aargauische Industrie- und Handelskammer mit von der Partie.

Die Promotoren wollen nun in einem nächsten Schritt mit den Nordwestschweizer Kantonen Gespräche führen und sie mit ins Boot holen. Des Weiteren soll ein Grobkonzept ausgearbeitet und der Aargauer Bevölkerung vorgelegt werden. Sie soll sich hernach in Hearings dazu äussern und allenfalls Verbesserungsvorschläge machen. Schmid nennt das «Bottom-up-Prinzip». Die für die Ideenfindung notwendigen finanziellen Mittel stellt der Trägerverein zur Verfügung.

Laut Schmid soll sich das Aargauer Projekt von bisherigen Landesausstellungen insofern unterscheiden, als es «die Kantone organisatorisch in die Realisierung» einbindet: Wie an einer Weltausstellung sollen sie sich an der Aargauer Landesausstellung präsentieren können – und diesen Auftritt auch selber berappen.

Nach dem Ende des Ostschweizer Projekts sind die Aargauer mit ihrer Idee einer Landesausstellung indes nicht allein. Bereits Anfang November vergangenen Jahres präsentierten zehn Schweizer Städte, darunter Luzern und St. Gallen, die von der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch initiierte Idee einer Städte-Expo über alle Landesteile und Sprachgrenzen hinweg. Im Frühjahr soll das Konzept präsentiert werden.

Die Städte als «Geburtsstätten, Brennpunkte und Treiber gesellschaftlicher Entwicklungen» seien wie geschaffen dafür, stünden sie doch «nahe am Puls von Megatrends und auch von drängenden gesellschaftlichen Fragen wie Demographie, Mobilität und digitale Vernetzung».

Da Stadt und Kanton St. Gallen die Landesausstellung verworfen hatten, musste sich der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin darauf prompt aus SVP-Kreisen «Missachtung des Volkswillens» vorwerfen lassen. Denn die SVP hatte die Ostschweizer Landesausstellung bekämpft.

Kritik von dieser Seite dürfte den Aargauer Promotoren immerhin erspart bleiben, haben sie doch vorausschauend schon mal SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger zur Vizepräsidentin des Trägervereinvorstandes gemacht.

Richard Clavadetscher

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