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LANDESAUSSTELLUNG: Die Expo-Idee lebt weiter

Die Expo 2027 in der Ostschweiz ist gestorben – aber nicht die Idee an sich. Drei Projekte werden zurzeit vorangetrieben. Und sie alle sind laut eigenem Bekunden auf gutem Weg.
Richard Clavadetscher
Bis heute unvergessen: Jean Nouvels Monolith an der Expo.02. (Bild: Gaëtan Bally/KEY (Murten, 1. Oktober 2002))

Bis heute unvergessen: Jean Nouvels Monolith an der Expo.02. (Bild: Gaëtan Bally/KEY (Murten, 1. Oktober 2002))

Richard Clavadetscher

Die Thurgauer und St. Galler wollten nicht. Deshalb findet im Jahr 2027 keine Landesausstellung in der Ostschweiz statt. Die Idee aber, im erwähnten Jahr eine Landesausstellung durchzuführen, ist deshalb nicht beerdigt – im Gegenteil: Das Ostschweizer Forfait ermutigte anderswo, ein entsprechendes Projekt aufzugleisen. So sind denn zurzeit nicht weniger als drei Projekte in Bearbeitung.

Da ist einmal das Projekt Svizra27 in der Nordwestschweiz, das Aargauer Politiker und Wirtschaftsvertreter angestossen haben. Dann gibt es jenes, das sich den Namen X-27 gegeben hat und im Jahr 2027 auf dem Areal des Flugplatzes Dübendorf ein «Rendez-vous der Schweiz» plant. Schliesslich sind da auch noch die Städte Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich, die die Idee einer dezentralen Landesausstellung im nämlichen Jahr verfolgen.

Rückhalt in der Nordwestschweiz

Von diesen drei Projekten ist jüngst Svizra27 an die Öffentlichkeit getreten. Dieses finde «grossen Rückhalt» in der Wirtschaft der Nordwestschweiz, so Svizra27-Sprecher Marco Canonica, und das Motto «Mensch – Arbeit – Zusammenhalt», mit dem man die Arbeitswelt darstellen wolle, finde Anklang.

Man sei gegenwärtig daran, nationale Gewerbe- und Wirtschaftsverbände sowie jene der Nordwestschweizer Kantone zu begeistern, sagt Svizra27-Präsident Kurt Schmid. Die Rückmeldungen seien positiv: «Einige haben uns bereits verbindlich die ideelle wie auch die finanzielle Unterstützung zugesagt, einzelne benötigen dazu noch einen Verbandsbeschluss.» Finanzielles Ziel sei es, insgesamt 1,5 Millionen Franken zusammenzubringen, damit in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit der Ausarbeitung des Inhalts gestartet werden könne.

Auch die Marschtabelle hat Svizra27 nun verkündet: Inhaltliches Grobkonzept bis September 2019, Bewerbungsdossier bis März 2020, Machbarkeitsstudie bis Dezember 2021 – und ab 2022 «Planung, Umsetzung und schliesslich Durchführung von Svizra27».

Noch nicht ganz so konkret wie das Aargauer ist das Projekt «X-27 Rendez-vous der Schweiz». Zwar präsentierten die Macher aus dem Kultur-, Kommunikations-, Architektur- und Ausstellungsbereich der Öffentlichkeit bereits im Frühjahr 2017 Idee und Absicht, Konkreteres aber soll erst im Frühling 2018 kommuniziert werden.

Peter Sauter, Präsident der ebenfalls als Verein organisierten Organisatoren, erwähnt denn auch nur, was man in groben Zügen bereits weiss: Bei X-27 geht es in erster Linie um «reale» zwischenmenschliche Begegnungen in einer Zeit, in der viele den Alltag eher mittelbar erleben – nämlich via moderne Kommunikationsgeräte wie etwa das Smartphone. Dies an einem Ort, der «per Definition allen Schweizern gehört»: auf dem Flugplatz Dübendorf. Dass dieses Gebiet heute auf dem Weg zum Innovationspark ist, kommt X-27 gerade recht: Es lasse sich so nicht nur eine Infrastruktur aufbauen, die weiterverwendet werden könnte, auch thematisch könnten sich Park und Ausstellung gegenseitig positiv beeinflussen. Pluspunkt von X-27 ist zweifellos, dass einige Vereinsmitglieder bereits bei der Expo.02 mitmachten und deshalb genau wissen, worauf sie sich einlassen. Ihre Professionalität wird ganz offensichtlich weit herum anerkannt. Hätten sonst rund 800 Firmen und Einzelpersonen ein Crowdfunding unterstützt, das die Arbeit bis nächstes Frühjahr finanziert?

X-27 ist als «Bottom-up-Projekt» geplant: Aus der ganzen Schweiz sollen «visionäre Projektideen» Slogans wie «Schweiz und Welt», «Identität und Multikulturalität», «real und virtuell», «Natur und Technologie», «Wissen und Wahrheit», «Wachstum und Zukunft» erlebbar machen. Dies unter dem Generalnenner «Zusammenspiele in unserer Gesellschaft».

Ganz anderer Ansatz als andere

Bleibt noch das Zehn-Städte-Projekt. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch, sie leitet den Projektausschuss, hebt auf Anfrage hervor, dass der Ansatz der zehn Städte für eine Landesausstellung im Vergleich zu früheren und auch «im Vergleich zu Ideen, die sonst aktuell kursieren», grundlegend anders sei: «Eine von den Städten getragene Expo umfasst das erste Mal die ganze Schweiz und drückt die Vielfalt unseres Landes aus.»

Das Projekt der Städte hat bereits eine Ausschreibung hinter sich: Der Auftrag für eine Projektskizze ging an den renommierten Kulturvermittler Juri Steiner. Zentrale Aspekte des Projekts sollen das Verhältnis von Stadt und Land sowie die Rolle von Bund und Kantonen sein.

Über Steiners Projektskizze soll laut Mauch im Frühjahr informiert werden. Die Arbeit werde den zehn Städten «den Grundsatzentscheid ermöglichen, ob und wie sie die Idee einer Expo der Städte weiterverfolgen können». Mauch zweifelt aber schon heute nicht daran, dass es gut kommt: Bei den Städten sei «eine grosse Begeisterung spürbar für dieses visionäre Vorhaben».

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