LANDWIRTSCHAFT: Bauerchef warnt vor Ende der Milchwirtschaft

Bauernpräsident Markus Ritter malt schwarz: Bald werde es keine Milchbauern mehr geben. Möglicherweise käme jede Hilfe zu spät.

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Bauernpräsident Markus Ritter an der Jahresmedienkonferenz des Schweizer Bauernverbandes. (Bild: Keystone)

Bauernpräsident Markus Ritter an der Jahresmedienkonferenz des Schweizer Bauernverbandes. (Bild: Keystone)

Trotz langsam steigender Milchpreise fürchtet Markus Ritter, dass der «point of no return» in der Milchwirtschaft bereits überschritten ist. «58 Prozent der aktiven Milchproduzenten wollen aussteigen», sagt der Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Die letzte Agrarreform würde diese Tendenz noch verstärken. «Ab 1. Januar muss der Milchpreis um mindestens 7,4 Rappen pro Liter steigen», rechnet Ritter vor.

Durchhalteparolen will der höchste Schweizer Bauer aber nicht herausgeben: «Entweder ist der Markt in der Lage, Preise zu zahlen, mit denen sich die Produktion lohnt – oder aber die Bauern werden sich anderen Produkten und Tätigkeiten zuwenden», macht er im Interview deutlich. Dass dann Joghurt und Butter aus ausländischer Milch in den Regalen stehen werden, will der 45-jährige Ritter nicht ausschliessen.

Versicherung für Notlagen

Sorgen macht sich Ritter auch um die globale Versorgungssituation: Die Weltbevölkerung wachse stark, gleichzeitig verschärfe sich der Wassermangel. Die Schweiz habe keine Strategie, wie darauf zu reagieren sei, kritisiert er und fordert: «Der Bundesrat muss aufzeigen, wie sich die Nahrungssituation in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird und wie die Schweiz gedenkt, damit umzugehen.» Ritter schlägt vor, mit grossen Agrarstaaten wie Brasilien eine Art Versicherungsvertrag abzuschliessen.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag, in der kostenpflichtigen Online-Rubrik Aus der Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.