LAUSANNE: Universitätsspital Lausanne testet Ebola-Impfstoff

Das Universitätsspital Lausanne (CHUV) wird einen experimentellen Ebola-Impfstoff testen. Die Zulassungsbehörde Swissmedic hat ein entsprechendes Gesuch für die Studie bewilligt. Der Impfstoff wird vorab medizinischem Hilfspersonal in Westafrika verabreicht.

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In Lausanne soll ein experimenteller Ebola-Impfstoff getestet werden. (gestellte Szene) (Symbolbild Manuela Jans / Neue LZ)

In Lausanne soll ein experimenteller Ebola-Impfstoff getestet werden. (gestellte Szene) (Symbolbild Manuela Jans / Neue LZ)

Der Impfstoff beruht auf einem gentechnisch veränderten Schimpansen-Adenovirus, wie Swissmedic am Dienstag mitteilte. In der klinischen Studie soll die Sicherheit des Impfstoffes sowie seine Fähigkeit, eine Immunantwort zu produzieren, getestet. An der Studie werden 120 Freiwillige teilnehmen.

Der Impfstoff besteht aus nicht vermehrungsfähigen Viren, die mit der genetischen Bauanleitung eines bestimmten Ebola-Proteins bestückt sind, wie Swissmedic festhielt. Er wird primär gesunden Freiwilligen vor ihrem Hilfseinsatz in Westafrika verabreicht.

Die Studie im CHUV wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt. Sie führt eine in den USA, England und Mali lancierte Serie von klinischen Versuchen weiter. Die Erkenntnisse sollen als Grundlage für weitere Studien mit mehreren tausend Probanden dienen.

Das Ende September eingereichte Gesuch für die klinische Studie des experimentellen Impfstoffs wurde angesichts der Dimension der Ebola-Epidemie prioritär behandelt.

Über 10'000 Menschen an Ebola erkrankt Weil es sich um einen genetisch veränderten Organismus handelt, wurden neben Swissmedic auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Bundesamt für Umwelt (BAFU) sowie die Eidgenössische Fachkommission für biologische Sicherheit konsultiert.

Die Ebola-Epidemie ist in Westafrika weiter auf dem Vormarsch. Nach Angaben der WHO vom Wochenende stieg die Zahl der Infizierten auf 10'141 in acht Ländern. Bis am 23. Oktober starben 4922 Menschen an Ebola. Am meisten Todesopfer verzeichnet Liberia, gefolgt von Sierra Leone und Guinea.

sda