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Gehören Sie bei der Klimadebatte zu den Leugnern oder den Hysterikern?

Kolumnist und Komiker Peach Weber unsere Einstellung gegenüber Klimaerwärmung.
Peach Weber
Komiker Peach Weber

Komiker Peach Weber

Das ist die neue Gretchen-Frage. Das Mädchen, über dessen Bewegung intelligente Menschen beschämt nachdenken und einfältige Politblindgänger sich lustig machen, es verspotten als dummes schwedisches Mädchen, um von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken. Aber bleiben wir sachlich, das ist ja meine Kernkompetenz (Smiley zwinkerzwinker). Denken wir die zwei extremen Modelle einmal durch, und zwar auf einen ganz einfachen Nenner gebracht. Nicht etwa, weil ich Ihnen, lieber Leser, wenig Grips zumute, nein, der oft angeführte «Fachkräftemangel» scheint mir eher in der Politik am grössten.

Also, Hirn gespitzt? Die zwei extremen Positionen: Auf der einen Seite die sogenannten «Klimaleugner». Diese bestreiten, dass der Mensch irgendeinen Einfluss auf das Klima hat. Angeführt werden sie in der Schweiz von ein paar politischen und journalistischen Koryphäen, ich brauche die Namen nicht zu nennen. Internationales Idol: Superhirn Trump. Die Klimaveränderung, die von beiden Seiten nicht geleugnet werden kann, da sie wissenschaftlich bewiesen ist, die führen sie auf normale Schwankungen im Lauf der Jahrhunderte zurück. Und sie sehen keine Veranlassung, unser Verhalten zu ändern. Da wäre natürlich jeder von uns gerne dabei, denn Einschränkungen hat niemand gern. Sie werfen der Gegenseite vor, vor allem den Jungen, die jetzt auf die Strasse gehen, sie seien nichtsnutzige Schulschwänzer und würden ja auch mit den Billigfliegern herumdüsen.

Auf der anderen Seite die sogenannten «Klimahysteriker», die der menschlichen Tätigkeit auf dieser Erde die grösste Schuld geben und sofortige, griffige Gesetze fordern. Da lacht sich die Gegenseite kaputt und sagt: Der Markt wird das schon richten. Was für ein hirnverbrannter Unsinn! Der Markt hätte beispielsweise nie von selber den Katalysator eingeführt. Das tat die Industrie erst, als es Verbote und Gesetze der Politik gab.

Aber werden wir wieder etwas sachlicher. Glauben wir mal der ersten Seite und tun nichts. Sollte sich in 30 Jahren herausstellen, dass nichts Schlimmes passiert ist, könnten wir uns gegenseitig dazu gratulieren, dass wir es ja schon immer gesagt hätten. Sollte sich in 30 Jahren aber erweisen, dass Schlimmes passiert ist und der Mensch wirklich auf massive existenzielle Probleme zuläuft, haben wir wieder 30 Jahre intensive Forschung verhindert. Nun, glauben wir mal der zweiten Seite. Wir treffen sofort griffige Massnahmen, die nicht einfach Ziele für 2050 definieren, damit wir vorläufig weiterwursteln können. Nein, wir machen sofort ein paar Einschränkungen, die vielleicht im Moment etwas kosten, aber langfristig billiger sind. Kerosin-Subvention abschaffen, CO2-Gesetz durchsetzen etc.

Und jetzt das Langfrist-Szenario: Sollte sich in 30 Jahren herausstellen, dass nichts Schlimmes passiert ist, könnten die Klima-Leugner triumphieren und wir hätten ein paar Massnahmen getroffen, die nicht dringend waren, aber sicher der Umwelt nicht geschadet haben. Sollte sich dann aber erweisen, dass wir wirklich auf eine Katastrophe zurasen, könnten wir wenigstens sagen, wir haben reagiert und 30 Jahre mit Hochdruck zum Wohl der Umwelt geforscht. Auf welcher Seite möchten Sie sich einreihen? Und hier noch ein Wunsch: Bitte hören Sie auf, Herr Somm, Köppel und Rothenbühler, die «Klima-Jugend» lächerlich zu machen! Wollen Sie so lange warten, bis die Jungen zu ra­biateren Mitteln greifen müssen, um sich Gehör zu ver­schaffen?

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