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Lohngleichheit: Island macht Ernst, wieso wir nicht?

Dominik Buholzer, Leiter Zentralschweiz am Sonntag, über die Lohngleichheit in Island.
Dominik Buholzer Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Mit ihrer Klatsch-Choreografie, den «Huh!»-Schreien, machten die Isländer an den Fussball Europameisterschaften in Frankreich von sich reden. Eineinhalb Jahre später sorgen sie mit einem anderen Thema für Schlagzeilen: Seit Beginn dieses Jahres gilt in Island Lohngleichheit – per Gesetz. Wer Frauen einen tieferen Lohn bezahlt als Männern, dem drohen Strafen. Damit ist Island das erste Land weltweit, das die geschlechterbedingte Lohnungleichheit sanktioniert.

Nun lässt sich nicht ganz zu Unrecht monieren, dass gesetzliche Lösungen per se unschön sind, es in diesem Fall besser und wahrscheinlich auch zweckdienlicher wäre, wenn die Wirtschaft diese Ungleichheit von sich aus beheben würde. Gerade in der Schweiz verfolgen Bund, Kantone und Wirtschaftsverbände seit Jahren diese Politik. Wirklich ein Erfolg ist sie nicht. Es stellt sich also unweigerlich die Frage: Island macht Ernst, weshalb nicht auch wir?

Im internationalen Vergleich schneidet unser Land in Sachen Gleichberechtigung zwar nicht alarmierend schlecht ab, aber ein Ruhmesblatt ist unsere Position nicht. Man braucht dazu nur schon mal den «Global Gender Gap Report» des World Economic Forums (WEF) zu betrachten. Dieser berücksichtigt nicht nur die Löhne, sondern auch die Bereiche Politik, Bildung und Gesundheit. Zuoberst auf der Liste findet sich Island wieder. Dann folgen mit Norwegen und Finnland zwei weitere nordische Staaten. Die vierte Position beinhaltet dann mit Ruanda die erste Überraschung. Die zweite folgt auf Rang sechs mit Nicaragua. Und die Schweiz? Die finden wir auf Platz 21. Zu einem nicht viel besseren Ergebnis kam im Sommer 2017 eine Studie des Bundes. Das Fazit: Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern gehen hierzulande nur schleichend zurück.

Man kann, wie bei allen Studien, auf Fallstrike bei der Interpretation hinweisen. Der Arbeitgeberverband tut dies regelmässig. Man kann aber auch ganz einfach den Handlungsbedarf anerkennen. Genauso wie es nicht nachvollziehbar ist, dass Manager ein x-Faches mehr verdienen als ein einfacher Arbeiter, geht es nicht an, dass Frauen für die gleiche Arbeit wie Männer schlechter entlöhnt werden.

Dominik Buholzer Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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