Longchamp nimmt Jugend unter die Lupe

Claude Longchamp, Chef des Meinungsforschungsinstituts GFS Bern, geht nach der massiven Kritik an seinen Umfragen in die Offensive. Gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» kündigt er eine grosse Schwerpunktstudie zum Thema Jugend und Politik an.

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In der Studie will er genauer untersuchen, warum Jugendliche und junge Erwachsene wenig politisch aktiv sind. «Was ist steckt dahinter, dass sie der Urne fernbleiben? Liegt es am «altmodischen» System der Briefwahl? Würde E-Voting die Beteiligung erhöhen?», zählt Longchamp im Interview einige der Fragen auf, die er klären möchte. Geplant ist, noch dieses Jahr mit der Studie zu starten. Ob GFS Bern diese allein oder im Verbund mit Partnern durchführen wird, ist noch offen.

Gemäss Longchamp ist die Schweiz das einzige Land der Welt, in dem das Alter eine so grosse Bedeutung für die politische Aktivität hat. «Daher lohnt es sich, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen», sagt er. Longchamp war in den letzten Wochen unter Beschuss geraten, weil die von ihm lancierte Vox-Analyse für die Abstimmung vom 9. Februar wahrscheinlich eine viel zu tiefe Stimmbeteiligung der Jungen ausgewiesen hatte.
 

 

«Was steckt dahinter, dass sie der Urne fernbleiben?» fragt Claude Longchamp, Chef GFS Bern. Mit «sie» meint er die Jugend. (Bild: Keystone / Steffen Schmidt)

«Was steckt dahinter, dass sie der Urne fernbleiben?» fragt Claude Longchamp, Chef GFS Bern. Mit «sie» meint er die Jugend. (Bild: Keystone / Steffen Schmidt)