Luftwaffe oder Luftpolizei?

Eva Novak über die Beschaffungspläne des Bundes für neue Kampfjets.

Eva Novak
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Will sich die Schweiz eine Luftwaffe leisten, die sie gegen bewaffnete Angriffe verteidigen kann, oder reicht ihr eine Luftpolizei, die den Verkehr in der dritten Dimension überwacht? Das ist die entscheidende Frage, die Bundesrat und Parlament nun beantworten müssen. Um diese Aufgabe sind sie nicht zu beneiden.

Denn als Grundlage für den Entscheid legen die Experten eine Auswahlsendung mit 20 bis 70 Kampfjets vor, kombiniert mit einem bodengestützten Luftverteidigungssystem, welches das ganze Land oder nur das Mittelland schützen kann. Und erklären dazu offiziell, dass sämtliche Varianten die Anforderungen erfüllten. Es gebe nur Unterschiede bei der Durchhaltefähigkeit.

Was das heisst, wird auf 200 Seiten fachwortreich erklärt. All­gemein verständlich tönt es nur hinter vorgehaltener Hand: Spitzenvertreter der Armee sagen da, es brauche mindestens 50 Kampfjets, sonst könne sich die Schweiz von der bewaffneten Neutralität verabschieden.

Es geht um sehr viel Geld. Deshalb werden die Militärs nicht darum herumkommen, hinzustehen, um klar und deutlich zu erklären, wozu genau sie die Kampfjets, Lenkraketen und Radare benötigen. Und warum sie sie nicht zusammen mit anderen Ländern wie etwa Finnland oder Deutschland beschaffen, um Geld zu sparen.

Das sind sie nicht nur den Politikern schuldig, welche die Mittel bewilligen müssen, sondern vor allem dem Volk. Dieses muss am Ende bestimmen, wie viel Sicherheit es will und wie viele Milliarden es dazu aufzuwerfen bereit ist. Für Sandkastenspiele ist auch die billigste Variante viel zu teuer.

Eva Novak

eva.novak@luzernerzeitung.ch