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LUZERN: Magistral inspiriert ins Wahljahr

Die CVP-Bundesrätin schwor die Basis gestern in Willisau auf die kantonalen und nationalen Wahlen 2015 ein. Und warb nebenbei für die CVP-Familieninitiative.
Bundesrätin Doris Leuthard im Gespräch mit den Regierungsräten Guido Graf (links) und Reto Wyss. (Bild Corinne Glanzmann)

Bundesrätin Doris Leuthard im Gespräch mit den Regierungsräten Guido Graf (links) und Reto Wyss. (Bild Corinne Glanzmann)

Lukas Leuzinger

Pirmin Jung, Präsident der Luzerner CVP, gab der Basis das Motto vor: «Mobilisieren, mobilisieren, mobilisieren.» Zumindest gestern Abend hat das geklappt: Die Festhalle in Willisau war bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 300 Besucher waren gekommen.

Verantwortlich für den Andrang war der prominente Gast, den die CVP zum Auftakt der heissen Phase des kantonalen Wahlkampfs eingeladen hatte: Bundesrätin Doris Leuthard war von Bern nach Willisau gereist, um unter dem Titel «Schweiz wohin?» über den starken Franken, die Zuwanderungsinitiative und die Energiewende zu sprechen.

«Gute Ausstrahlung, kompetent»

Zu mobilisieren gibt es für die CVP derzeit viel: Am 8. März stimmt das Volk über die Familieninitiative der Partei ab; am 29. März finden Kantonsratswahlen statt; und im Oktober stehen die nationalen Wahlen an. Vor dem Referat erhielten die Kantonsratskandidaten der CVP die Gelegenheit, sich mit der Bundesrätin auszutauschen. Der Besuch der Bundesrätin soll der Partei im Wahlkampf Auftrieb verleihen: Er hoffe, dass Leuthards «Spirit» die Kandidaten anstecken werde, erklärte Pirmin Jung.

Zumindest bei der Basis kommt die CVP-Bundesrätin gut an. Die Chance, Doris Leuthard einmal live zu erleben, habe sie sich nicht entgehen lassen wollen, sagte etwa Monika Tanner aus Schüpfheim. «Sie hat eine gute Ausstrahlung und wirkt kompetent.» Auch leiste sie als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) gute Arbeit.

Dem stimmte Rita Jung zu. Doris Leuthard verstehe es, Anliegen aufzunehmen und Kompromisse zu vermitteln auch wenn sie sich persönlich noch klarere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit wünschen würde, sagte die Ruswilerin. Gefallen findet sie auch am Auftritt der Bundesrätin. «Sie agiert souverän und hat eine angenehme Art.»

Dies zeigte sich auch bei Leuthards Referat. Die Energieministerin gab sich volksnah und erklärte den Anwesenden in einfachen Worten die Energiestrategie. Die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), mit der erneuerbare Energien gefördert werden sollen, koste die Konsumenten derzeit 1 Rappen pro Kilowattstunde Strom. Bei den meisten Haushalten mache das pro Jahr etwa 45 Franken aus, rechnete Leuthard vor und nahm den politischen Gegner aufs Korn: «Wenn mich die SVP und die FDP da ‹anpflaumen›, ich koste Milliarden, dann kennen sie einfach die Rechnung nicht.»

Alltagstipps von der Bundesrätin

Die Bundesrätin betonte, dass jeder Einzelne etwas zu einem nachhaltigen Energieverbrauch beitragen könne. «Pumpen Sie zum Beispiel die Autopneus ganz auf, das senkt den Benzinverbrauch um 20 Prozent», riet sie den Anwesenden. Auch mit effizienteren Haushaltgeräten liessen sich Energie und Geld sparen.

Auch auf die Herausforderung des starken Frankens ging Leuthard ein. Die Bundesrätin mahnte ihre Partei dabei zu einer «überlegten» Politik. «Es ist wichtig für die CVP, dass sie nicht Hunderte von Massnahmen fordert, sondern weniger, dafür solche, die auch in zwei bis drei Jahren noch wirken.»

Allgemein riet sie davon ab, immer auf die einfachste Lösung zu setzen. «Wir haben viel zu komplexe Probleme für einfache Lösungen.»

«Gesunde Balance»

Die derzeit grösste Herausforderung ist laut Leuthard die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. «Viele Leute auch CVPler – haben sich vor einem Jahr gesagt: Jetzt ist langsam genug, wir möchten hier wieder mehr steuern», konstatierte sie. Nun gelte es, wieder eine «gesunde Balance» zu finden: Einerseits soll die Zuwanderung gebremst werden. Andererseits sei die Schweiz auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, sagte die Bundesrätin – und nutzte den Moment, um gleich noch etwas Abstimmungswerbung für ihre Partei zu machen: «Wir können nicht alle Stellen selbst besetzen. Wir haben auch zu wenige Kinder – deshalb braucht es auch ein Ja zur CVP-Familieninitiative.»

Doris Leuthard zeigte sich überzeugt, dass die Schweiz «in ein paar Jahren» diese «gesunde Balance» wieder finden werde.

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