Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Man spürt seine Aura sofort»

Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet hat den Papst als einer der Ersten begrüsst – und ein kleines Päckchen aus der Jackentasche gezogen. Im Gespräch zieht er Bilanz zum Papstbesuch und verrät, worüber er mit Franziskus gesprochen hat.
Pierre Maudet, Sicherheitsdirektor Kanton Genf. Bild: KEY

Pierre Maudet, Sicherheitsdirektor Kanton Genf. Bild: KEY

Herr Maudet, welches Geschenk haben Sie dem Papst überreicht?

Wir haben über den argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges gesprochen, der 1986 in Genf beerdigt wurde. Ich habe dem Papst ein bisschen Erde vom Grab mitgegeben – und ein Foto des Grabsteins.

Wie hat der Papst darauf reagiert?

Er hat sich gefreut, war aber überrascht vom Geschenk, weil es nicht im Protokoll stand. Der Papst hat Borges und seine Werke immer sehr geschätzt. Menschen, die Papst Franziskus treffen, sprechen oft von einer speziellen Aura.

Wie haben Sie ihn erlebt?

Es war beeindruckend. Er wirkte zuerst etwas müde, aber wenn er einem in die Augen blickt, spürt man seine Aura sofort. Das ist ein komisches, aber schönes Gefühl. Er versucht, ins Innere der Menschen zu blicken.

Sind Sie gläubig?

Ja, ich bin protestantisch. Komischerweise bin ich das einzige reformierte Regierungsmitglied in der Calvinstadt Genf.

Welche Bedeutung hat der Besuch des katholischen Oberhauptes im reformierten Genf?

Als UNO-Stadt sind wir natürlich international ausgerichtet und wollen einen Dialog ermöglichen. Wir sind uns hohen Besuch gewohnt, aber das war etwas Besonderes. Man nennt Genf ja auch das «protestantische Rom».

Im Vorfeld wurde viel über die Sicherheitsvorkehrungen gesprochen. Welche Bilanz ziehen Sie?

Eine sehr positive. Die grösste Herausforderung war sicherlich die Messe. Es ist aussergewöhnlich, dass wir gleichzeitig Zehntausende Menschen auf dem Expo-Gelände hatten. Ausserdem ist der Papst sehr spontan, will auch mal auf die Menschen zugehen. Das machte es für die Sicherheitskräfte nicht leichter.

Welche Botschaft nehmen Sie aus dem Besuch mit?

Der Papst verkörpert Offenheit und den Willen zum Dialog – und bildet damit einen Gegenpol zu Donald Trump.

Ist es realistisch, dass Papst Franziskus nochmals in die Schweiz reist?

Das weiss ich nicht, ich habe ihn aber gebeten wiederzukommen und ihm angeboten, zusammen zum Grab von Borges zu gehen.
Und? Er hat nur gelächelt. (yn)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.