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MARTIN NAVILLE: «Trump kommt ans WEF und nicht in die Schweiz»

Der amerikanische Präsident hat sich fürs WEF angemeldet. Martin Naville von der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer sagt, was wir vom Besuch erwarten können und wo es Probleme mit den USA gibt.
Eva Novak
Martin Naville, CEO der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer. (Bild: Keystone)

Martin Naville, CEO der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer. (Bild: Keystone)

Martin Naville, nach langem betritt wieder ein US-Präsident Schweizer Boden. Ein grosser Moment für Sie als CEO der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer?

Für mich ist das kein grosser Moment. An meiner Arbeit ändert sich mit dem Besuch nichts, und wegen der Person von Donald Trump gibt es auch negative Stimmen. Für die Schweiz hingegen ist es positiv, wenn sich die oberste Spitze der USA einmal mit ihr auseinandersetzt. Unserer Regierung bietet der Besuch eine gute Gelegenheit, einmal amerikanische Regierungsmitglieder zu treffen, an die heranzukommen, sonst nicht so einfach ist. Auch für das Tourismusland Schweiz und den Standort Schweiz ganz generell ist es sehr positiv, ein paar Tage lang im Mittelpunkt der Wirtschaftswelt stehen zu können.

Wen nimmt Trump ans WEF?

Der Finanzminister, der Wirtschaftsminister sowie der Ar- beitsminister waren bereits angekündigt. Wahrscheinlich kommt auch der Energieminister, sicher ist das aber noch nicht. Ausserdem werden mit Bestimmtheit CEOs grosser US-Firmen mitreisen, die sonst nicht gekommen wären. Das alles bietet jede Menge Gelegenheiten für Kontakte.

Auch auf Regierungsebene?

Dort besonders. Das Problem der Schweiz ist ja, dass wir weder in der Nato noch in der EU noch bei den G7 oder den G20 sind. Die Mitglieder dieser Gremien treffen sich regelmässig und sprechen ganz ungezwungen miteinander. Wenn ein Mitglied der Schweizer Regierung jemanden treffen will, muss es sich umständlich anmelden, auf einen Termin hoffen und hinreisen. In Davos ist die Schweiz nicht nur dabei, sondern steht als Gastgeber sogar im Zentrum. Da gibt es noch und noch Gelegenheiten, Diskussionen zu führen, die sonst ungleich schwieriger zu führen wären.

Worüber wird Trump reden?

Für den genauen Wortlaut müsste ich die Kristallkugel konsultieren. Ich gehe aber davon aus, dass er erklären wird, was für ihn «America first» heisst. Denn da wurde sehr viel kreuz und quer hineininterpretiert. Er wird klarstellen, dass es aus seiner Sicht keine protektionistische Massnahme ist, sondern ein klares Bekenntnis zu globalem Handel und zu globalen Investitionen, aber mit gleich langen Spiessen.

Wie meinen Sie das?

Für Donald Trump ist es nicht so, dass ausländische Firmen nicht mehr investieren dürften. Er sagt, es ginge um offene Märkte, um Marktwirtschaft und um Kapitalismus in einem guten Sinn, aber nicht nach den chinesischen Regeln, sondern nach amerikanischen. Ausserdem hat er das Gefühl, der Multilateralismus benachteilige Amerika. Wenn man bedenkt, dass die Vereinigten Staaten 40 Prozent des Budgets der UNO zahlen und gleich viel Stimmen haben wie der Pazifikstaat Vanuatu, dann ist dieses Gefühl nicht ganz unbegründet. Auf dem wird er voraussichtlich herumreiten.

Und was wird er zur Schweiz sagen?

Öffentlich nicht mehr, als dass es hier sehr schön sei. Er kommt nicht in die Schweiz, sondern er kommt an das Weltwirtschaftsforum. Es ist wichtig, das zu betonen. Trotzdem gibt sein Besuch der Schweiz Gelegenheit zu wertvollen Kontakten.

Welche Probleme gibt’s noch?

Im Moment herrscht eine solide Schönwetterlage. Der Handel ist in den letzten fünf Jahren regelrecht explodiert. Seit der Finanzkrise haben sich die Direktinvestitionen in beide Richtungen mehr als verdoppelt. Schwierige Probleme, die auf Präsidentenebene gelöst werden müssten, gibt es im Moment nicht.

Interview: Eva Novak

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