Schweiz
Martin Waser: Der oberste Chef des Universitätsspitals geht

Der Spitalratspräsident des Universitätsspitals Zürich tritt nächsten Sommer zurück. Der Schritt von Martin Waser kommt in einer turbulenten Zeit. Mehrere Kliniken sorgten in letzter Zeit für negative Schlagzeilen.

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Nächsten Sommer ist für Martin Waser Schluss als Präsident des Spitalrats.

Nächsten Sommer ist für Martin Waser Schluss als Präsident des Spitalrats.

Keystone

(rwa) Nach gut sechs Jahren im Amt hat der Spitalratspräsident des Universitätsspitals Zürich (USZ), Martin Waser, den Regierungsrat über seinen Rücktritt per 30. Juni 2021 informiert, wie die Zürcher Gesundheitsdirektion am Montag bekanntgab. Neben dem Präsidenten werden auch der amtierende Vizepräsident, Urs Lauffer, sowie Annette Lenzlinger auf diesen Zeitpunkt hin aus dem Spitalrat zurücktreten.

«Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen», wird Waser in einer Mitteilung des USZ zitiert. Mit den Rücktritten werde jedoch die Voraussetzung geschaffen, dass sich das Universitätsspital «ganz auf die enormen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft konzentrieren kann».

Möglichkeit für einen Neuanfang

Die vergangenen Monate waren turbulent. Mehrere Kliniken sorgten für negative Schlagzeilen. Geschönte Berichte über Operationen und zugeschanzte Patienten: Gleich mehrere Ärzte standen im Kreuzfeuer der Kritik. Die Gesundheitsdirektion hat ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, um die Aufsicht zu verbessern.

Für die Zürcher Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit (ABG) eröffnen die Rücktritte Möglichkeiten für einen Neuanfang. Der Spitalrat als Gesamtgremium solle künftig über die notwendigen Kompetenzen und Erfahrungen verfügen, um seine Aufgabe als strategisches Führungs- und Kontrollorgan wahrnehmen zu können, schreibt die Kommission in einer Mitteilung vom Montag.

Dazu gehöre explizit auch Erfahrung in der Führung von Unternehmen, während eine politische Vergangenheit kein Kriterium sein solle. Die Kandidatinnen und Kandidaten sollen in einem «professionellen und transparenten Evaluationsprozess» gesucht werden, wie die Kommission weiter schreibt.

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