Kommentar

Mässiges Wetter – zum Glück: Ansturm auf die Skigebiete blieb aus

Ein Augenschein im Wallis zeigt: Die Sicherheitskonzepte werden befolgt, und die Zahl der Unfälle ist tiefer. Der grosse Ansturm blieb aus, wohl auch dank der tiefen Temperaturen.

Doris Kleck
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Skifahren ist in der Schweiz derzeit eine Gewissensfrage. Sie wird kontrovers diskutiert: Ist es opportun, bei der hohen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus und den stark belasteten Spitälern über die Pisten zu brettern? Der Bundesrat hat den Entscheid den Kantonen überlassen. Einige haben die Skigebiete geschlossen, andere lassen sie offen. Man kann den Bergkantonen den Kampf um die Skigebiete kaum verübeln: Wirtschaftlich zu wichtig ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr.

Der grosse Ansturm auf die Skigebiete blieb übers Wochenende aus. Die Betreiber sprechen von disziplinierten Schneesportlern und funktionierenden Schutzkonzepten. Die Spitäler in den betreffenden Kantonen wiederum von einer stabilen Situation. Kein Vergleich mit Österreich, wo die ersten Skigebiete schon wieder geschlossen werden.

Für eine Bilanz ist es freilich zu früh. Die letzte Woche war es in den Skigebieten noch ruhig, viele Gäste sind erst am Samstag angereist. Der eigentliche Stresstest steht also erst bevor. Zudem wird sich erst in einigen Tagen zeigen, wie sich die Festtage auf die Entwicklung der Fallzahlen und damit auch auf die Belastung der Spitäler auswirken werden.

Schützenhilfe leistet den Politikern derzeit ausgerechnet das Wetter. Garstige Temperaturen und Niederschläge sind – vor allem wenn die Restaurants zu sind – die effektivsten Mittel, um die Leute von den Pisten fernzuhalten.