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MEDIEN: Wirbel um Blochers neuste Expansionspläne

Christoph Blochers «Basler Zeitung» und die «Südostschweiz» verhandeln über einen gemeinsamen überregionalen Teil. Das schürt Ängste vor einem SVP-nahen Medienimperium. Denn die Basler strecken ihre Fühler auch nach anderen Zeitungen aus.
Christopher Blocher verhandelt mit der «Südostschweiz» (Bild: Nadia Schärli (Herrliberg, 17. Mai 2016))

Christopher Blocher verhandelt mit der «Südostschweiz» (Bild: Nadia Schärli (Herrliberg, 17. Mai 2016))

Wieder einmal geistert der Name Christoph Blocher durch die Medienlandschaft. Die «Basler Zeitung» (BaZ), die ihm zu einem Drittel gehört, hat sich unlängst die Gratiszeitungen des Zehnder-Verlags einverleibt. Auch schon war die Rede davon, der SVP-Übervater plane die Lancierung einer Gratis-Sonntagszeitung. Und jetzt sollen BaZ und «Südostschweiz» einen gemeinsamen Mantelteil planen.

Das schreibt die Basler «Tageswoche». Sie beruft sich auf «Südostschweiz»-Verleger Hanspeter Lebrument, der die Gespräche mit der BaZ bestätigte. Auf Anfrage will er keine Auskunft geben. Er verweist auf die Mitteilung von Andrea Masüger, Chef der Somedia, welche die «Südostschweiz» herausgibt. Dieser schreibt, dass der «Tageswoche»-Bericht «vollkommen spekulativ» sei. «Tatsache ist, dass Somedia seit Monaten im Rahmen von Konsultationen mit verschiedenen Verlagen über eine mögliche Zusammenarbeit im Mantel redet.» So auch mit der BaZ, mit der die Somedia bereits kooperiert. Artikel der Zeitung werden seit Mitte Jahr in Chur korrigiert und gelayoutet.

«Prononcierter Rechtskurs»

Gegenüber der «Tageswoche» sagte Lebrument, die Kooperation funktioniere «ausgezeichnet», und bezeichnete BaZ-Chefredaktor Markus Somm als «hervorragenden Journalisten», den er gerne in seiner Zeitung lesen würde. Somm, der auch Mitbesitzer der BaZ ist, äussert sich auf Anfrage nicht. Doch die Pläne sorgen für Unruhe bei der «Südostschweiz». Mitarbeiter äussern sich in sozialen Medien besorgt über einen möglichen Stellenabbau, den Lebrument im «Tageswoche»-Artikel in Aussicht stellte.

Linards Udris, stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG), glaubt, dass die BaZ bei dieser Kooperation am längeren Hebel sässe. «Das würde sich auf die Berichterstattung über die ­Innenpolitik auswirken.» Die BaZ fahre einen «prononcierten Rechtskurs», sagt Udris. Ob das problematisch sei, bleibe eine politische Frage. Doch im Falle der «Südostschweiz» sei eine «Inhaltskonzentration» schwierig, da es im Verbreitungsgebiet Graubünden ausser der SRG kaum Konkurrenz gebe.

«Bieler Tagblatt» führt Gespräche mit der BaZ

In Zeiten sinkender Inserateeinnahmen und Leserzahlen sind Kooperationen zwischen Verlagen keine Seltenheit. Schon heute betreibt die «Südostschweiz» im überregionalen Teil eine Kooperation mit den AZ Medien. Die beiden Zeitungen verfügen über eine gemeinsame Bundeshausredaktion.

Auch das «Bieler Tagblatt» will beim Mantel die Kosten optimieren. Die heutige Lösung mit der Nachrichtenagentur SDA und dem Mantelproduzenten Tamedia sei für die Zukunft zu teuer, sagt Marcel Geissbühler, Chef des Gassmann Verlags, der die Zeitung herausgibt, auf Anfrage. Er bestätigt, mit Markus Somm unter anderem über eine «eventuelle Mantelkooperation» gesprochen zu haben. Das habe er auch mit anderen Verlagen getan. «Das Ganze ist nicht konkret.» Geissbühler könnte sich aber vorstellen, der BaZ in einem Mantelteil die publizistische Führung zu überlassen. «Unser Kerngeschäft ist das Lokale, nicht das Nationale.» Über konkrete Inhalte habe man aber noch nicht gesprochen.

Die AZ Medien schreiben auf Anfrage, sich nicht zu Spekulationen äussern zu wollen. «Die Zusammenarbeit zwischen AZ Medien und Somedia ist, wie in der Vergangenheit auch, sehr gut», heisst es aus dem Aargau.

Dominik Weingartner

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