MEDIKAMENTENMARKT: Schweizer Medikamentenmarkt leicht rückläufig

Der Medikamentenmarkt Schweiz entwickelte sich im vergangenen Jahr rückläufig. Er ging wertmässig um 0,1% auf CHF 5,077 Milliarden Franken zurück (Vorjahr: CHF 5,084 Mia.). Diese Entwicklung ist unter anderem auf Preissenkungsmassnahmen zurückzuführen.

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Der Rücklauf des Medikamentenmarktes ist auch auf das starke Generikawachstum zurück zu führen. (Bild: Keystone)

Der Rücklauf des Medikamentenmarktes ist auch auf das starke Generikawachstum zurück zu führen. (Bild: Keystone)

Auch die Förderung des Preiswettbewerbes im patentfreien Bereich und das starke Generikawachstum sind für den Rücklauf zuständig. Ohne diese Massnahmen wäre der Medikamentenmarkt um 4,4% gewachsen. Gemäss Prognosen von IMS Health wird sich der Schweizer Medikamentenmarkt in den kommenden zwei Jahren nur gering verändern.

Trotz der kontinuierlichen Zunahme der Bevölkerung und des wachsenden Anteils der älteren Generation, der Zunahme von chronischen Erkrankungen und der Erweiterung der Medikamentenpalette mit neuen, innovativen Produkten entwickelte sich der Medikamentenmarkt wertmässig im letzten Jahr negativ. Grund für diese Entwicklung sind die Preisänderungen der Medikamente sowie das Wachstum des Generikamarktes. Damit bestätigt sich, dass die 2012 eingeführten regelmässigen Preisüberprüfungen von Medikamenten und auch die Massnahmen zur Förderung der preisgünstigeren Generika zielführend sind. Die Analyse der Marktdaten von IMS Health ergeben für das Jahr 2013 einen wertmässigen Gesamtumsatz zu Fabrikabgabepreisen von CHF 5,077 Mia., im Vergleich zu CHF 5,084 Mia. im Vorjahr, was einem Rückgang von 0,1% entspricht. Die Anzahl verkaufter Medikamentenpackungen nahm von 207,6 Mio. im Jahr 2012 um 1,0% auf 209,8 Mio. im Jahr 2013 zu. Die Generika legten überdurchschnittlich 6,8% zu und erreichten damit einen Umsatz von CHF 584 Mio. Der Anteil der Medikamentenkosten in der Schweiz ist gemäss Bundesamt für Statistik ist von 2005 bis 2011 von 10,6% auf 9,4% zurückgegangen und damit heute markant geringer als in den Vergleichsländern Italien, Frankreich, Deutschland, Schweden, Österreich und Grossbritannien (Quelle: OECD).

Rückgang auch im kassenpflichtigen Markt

Die neuen innovativen Medikamente werden wegen ihrem hohen Nutzen in der Regel auf die Spezialitätenliste aufgenommen und damit kassenpflichtig, was in den Vorjahren ein überdurchschnittliches Wachstum in diesem Marktsegment verursachte. Im Jahr 2013 verlief auch dieser Markt mit 0,3% negativ und belief sich auf CHF 4,121 Mia. Diese Entwicklung wird zwangsläufig zu einer Verminderung des Kostenanteils der Medikamente in der obligatorischen Krankenversicherung führen.

Aussichten für die nächsten Jahre

Die regelmässigen Preisüberprüfungen werden auch in diesem Jahr substanzielle Preissenkungen verursachen. IMS Health rechnet deshalb für die kommenden zwei Jahre mit einem kumuliert praktisch unveränderten Medikamentenmarkt. Im Jahr 2015 soll nach den Plänen des Bundesrates ein neues Preismodell eingeführt werden, das den verstärkten Einbezug des Nutzens der Medikamente erlauben soll. Gemäss Thomas Binder, Geschäftsführer der vips, fordert sein Pharmaverband für dieses neue Preismodell in erster Linie eine weniger starke Gewichtung der Auslandpreise und den Miteinbezug der Kaufkraftparitäten, um u.a. Wechselkursvolatilitäten abfedern zu können. Thomas Cueni, Generalsekretär von Interpharma, verweist auf den jüngst vom Bundesrat beschlossenen Masterplan zur Stärkung der biomedizinischen Forschung und sieht in der Umsetzung eine grosse Chance, die Spitzenposition der Schweiz zu sichern.

sda/chg