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MEDIZIN: Besser umsorgt dank speziell ausgebildeter Pflegerinnen

Der Pflegeberuf verändert sich zurzeit rasant. Spezialisierte Pflegefachpersonen erhalten immer mehr Kompetenzen. Und verbessern so die Behandlung von Patienten.
Santina Russo
Blick in eine ungewisse Zukunft – schwere Erkrankungen wie Krebs belasten auch die Psyche der Patienten. (Bild: iStock)

Blick in eine ungewisse Zukunft – schwere Erkrankungen wie Krebs belasten auch die Psyche der Patienten. (Bild: iStock)

Santina Russo

wissen@luzernerzeitung.ch

In Schweizer Spitälern und Arztpraxen übernehmen Pflegefachpersonen immer mehr Aufgaben. So laufen zurzeit Pilotprojekte, etwa am Medizentrum Schüpfen, in denen speziell ausgebildete Pflegepersonen Kompetenzen erhalten, die bisher Ärzten vorbehalten waren. Sie untersuchen zum Beispiel eigenständig Patienten, ordnen Analyseverfahren an oder empfehlen die Verschreibung von Medikamenten.

Eine andere Art erweiterter Aufgaben übernehmen auch immer mehr auf Masterstufe ausgebildete Pflegespezialisten – im Fachjargon Pflegeexperten APN genannt. «Sie achten auch auf das psychosoziale Befinden ihrer Patienten und deren Möglichkeiten, mit der Erkrankung umzugehen», sagt Manuela Eicher, Professorin für Pflegeforschung an der Universität Lausanne. Sind die Patienten beispielsweise gut über ihre Krankheit informiert? Benötigen sie und ihr Umfeld mehr Unterstützung, um mit der Krankheit und den Nebenwirkungen einer Behandlung umzugehen? Mit diesem Vorgehen füllen die Pflegeexpertinnen eine Lücke in der Patientenbetreuung.

Patienten mit ihren Ängsten alleingelassen

Dass das individuelle Befinden der Patienten manchmal zu kurz kommt, zeigt sich besonders bei schweren Krankheiten, die ambulant therapiert werden. Bei vielen Krebsarten zum Beispiel. Hier kommen die Patienten zwar für einzelne Therapien in die Klinik, etwa für eine Operation, zur Bestrahlung oder Chemotherapie. Dazwischen aber sind die Betroffenen daheim – und häufig auf sich allein gestellt. So fühlen sich über 40 Prozent der Patienten unzureichend informiert und mit ihren Ängsten alleingelassen. Dies zeigte eine Studie, die Eicher mit ihrem Team 2015 mit rund 70 Schweizer Krebspatienten durchgeführt hat. «Das dürfte in einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung wie in der Schweiz eigentlich nicht vorkommen», so Eicher. Genau hier sollen die Pflegeexpertinnen Abhilfe schaffen.

Angefangen hat diese Entwicklung hierzulande vor zehn Jahren, unter anderem mit den sogenannten Breast Care Nurses: Pflegefachpersonen also, die auf die Betreuung von Frauen mit Brustkrebs spezialisiert sind (siehe Interview). Dass sie den Therapieerfolg insgesamt verbessern, zeigen Studien aus England und Skandinavien. Dort litten Frauen, die von einer Breast Care Nurse betreut wurden, weniger stark unter Nebenwirkungen ihrer Behandlung als andere Patientinnen.

Pflegeexpertinnen für immer mehr Patienten

Inzwischen gibt es an den meisten der 26 Brustzentren in der Schweiz mindestens eine Breast Care Nurse. Zudem wurden für Patienten mit anderen Krebserkrankungen wie Prostata- oder Lungenkrebs ähnliche Stellen geschaffen, und seit kurzem gibt es am Berner Inselspital eine Pflegeexpertin, die speziell Jugendliche mit Herzfehlern betreut. Allerdings: «In der Schweiz haben die Pflegespezialisten noch deutlich weniger Kompetenzen als in vielen anderen europäischen Ländern», sagt Pflegeforscherin Manuela Eicher. Sie ist deshalb sicher, dass sich deren Rolle auch in der Schweiz noch erheblich ausweiten wird.

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