Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MEDIZIN: Kügeli statt Antibiotika

Der Bund sagt den Antibiotikaresistenzen den Kampf an. Alternativmedizin lässt er dabei aussen vor.
Der Bundesrat soll erneut mit Pharmafirmen und Krankenkassen über die Medikamentenpreise verhandeln (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Der Bundesrat soll erneut mit Pharmafirmen und Krankenkassen über die Medikamentenpreise verhandeln (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, kann das tödliche Folgen haben: Mehrere hundert Personen sterben in der Schweiz jedes Jahr deswegen. Das will die ­Landesregierung mit einer «Strategie Antibiotikaresistenzen» (StAR) verhindern, die unter anderem den Antibiotikaeinsatz vermindern soll.

Bundesrätliches Versprechen scheint vergessen

Dazu könnten alternative Methoden wie die Komplementärmedizin beitragen, denn sie wären in der Lage, Erkrankungen zu verhüten oder zu bekämpften, antwortete Gesundheitsminister Alain Berset vor gut zwei Jahren auf einen parlamentarischen Vorstoss und sicherte zu: «Der Bundesrat wird der Komplementärmedizin in der Umsetzung der Strategie das notwendige Gewicht beimessen.»

Nun, da es an ebendiese ­Umsetzung geht, ist davon keine Rede mehr. «Mit Ausnahme einer Massnahme zur Förderung der Tiergesundheit wird die Komplementärmedizin im entsprechenden Strategiepapier nicht erwähnt», bemängelt die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin des Dachverbandes Komplementärmedizin (Dakomed), in einem neuen Vorstoss. «Es besteht die Gefahr, dass die ganzheitlichen Sichtweisen der Komplementärmedizin «vergessengehen» und deren Potenzial im Kampf gegen die Antibiotika­resistenzen nicht genutzt wird», schreibt Graf-Litscher in ihrer Interpellation.

Komplementär-Mediziner verweisen auf Studien

Vom Bundesrat will sie nun wissen, ob der Auftrag an die Experten nicht zu eng gefasst sei und wie die komplementärmedi­zinisch tätigen Ärztinnen und Ärzte ihr Know-how einbringen könnten. Mit komplementär­medizinischen Methoden könne der Antibiotika-Einsatz reduziert oder ersetzt werden.

Verschiedene Studien lieferten dazu die wissenschaftliche Bestätigung. Das gelte besonders für die oberen Atemwege, sagt Gisela Etter, Präsidentin der Union komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen. So habe in einer prospektiven Beobachtungsstudie bei 529 Kindern mit akuten Infekten der oberen Luftwege gezeigt werden können, «dass der Ersatz von Antibiotika durch eine komplementärmedizinische Behandlung weder zu einer Verlängerung der Krankheitsdauer noch zu Sicherheitsproblemen führte».

Graf-Litscher erinnert an die Volksabstimmung von 2009, in welcher Bund und Kantone verpflichtet wurden, für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin zu sorgen, und fügt bei: «Ich erwarte, dass der Volkswille umgesetzt wird.»

Eva Novak

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.