MEILEN: Juso sammeln Unterschriften für 99%-Initiative – Provokation bei Blochers

Mitglieder der Jungsozialisten haben am Dienstag die Zufahrt zum Haus der SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher in Meilen am Ufer des Zürichsees blockiert. Die Juso warben mit der Provokation für ihre neue Volksinitiative.

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Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher an der Herbstsession der Eidgenössischen Räte. (Bild: Peter Schneider/Keystone)

Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher an der Herbstsession der Eidgenössischen Räte. (Bild: Peter Schneider/Keystone)

Die sogenannte 99-Prozent-Initiative wird am Mittwoch vorgestellt. Die Juso fordern damit eine höhere Besteuerung von Kapitalgewinnen zur Umverteilung des Reichtums. «Magdalena Martullo-Blocher ist genau eine jener Personen, die davon profitiert, dass sie schon Geld hat und dass Geld einfach noch mehr Geld abwirft», sagte Juso-Präsidentin Tamara Funiciello gestern vor dem Haus der Ems-Chefin Martullo-Blocher. Deren Mann, Roberto Martullo, forderte die Jungsozialisten auf, das Grundstück zu verlassen, und rief kurz danach die Polizei. Als diese wenige Minuten später aufkreuzte, zogen die Jungsozialisten ab.

Kritik am Stil der Jungsozialisten

Die Juso setzen für ihre Politkampagnen regelmässig auf Provokationen, teilweise bemerkenswerte, etwa, als der heutige Nationalrat und damalige Parteipräsident Cédric Wermuth am Rednerpult einen Joint anzündete. Teilweise sind die Aktionen der Juso aber auch konventionell: Mehrfach hatten sie etwa vor dem Haus des Novartis-Chefs Daniel Vasella gegen hohe Managerlöhne demonstriert.

Bei anderen Parteien kommt dieser Stil schlecht an. «Plädiere für Umverteilung von Anstand», bemerkte die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter gestern auf Twitter. Und die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli kommentierte spitz: «Nur um wieder mal zu fragen: Wie wäre es mit Arbeiten, liebe Juso-Schweiz-Mitglieder?» (ffe)