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Meilenstein

Bürokratisch

Böswillige Personen behaupten, unsere Bundesverwaltung zeichne sich durch bürokratische Sklerose aus. Ein Beamter sei im Grunde wie ein Mikado-Stäbchen: Bewegt er sich, hat er verloren. Verfolgt man die Communiqués der Berner Beamtenschaft hingegen unvoreingenommen, so stellt man fest: Das Gegenteil ist richtig. Unsere Staatsdiener sind agil und stets auf Achse. Erst diese Woche verkündete die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) stolz, seit dem 1. Oktober seien neue Informatiksysteme für die direkte Bundessteuer, die Verrechnungssteuer und die Stempelabgaben in Betrieb. Damit habe die ESTV einen «Meilenstein» erreicht.

Da Informatikprojekte beim Bund in der Regel eher voller Stolpersteine sind, ist das mit dem «Meilenstein» in der Tat eine interessante Entwicklung – auch wenn sich dem Nichtberner nicht sofort erschliesst, warum dortselbst das metrische Längenmass keine Anwendung findet. Andererseits ist so ein Informatiksystem auch nur Mittel zum Zweck, also in diesem Fall zur elektrifizierten Durchsetzung der Fiskalkleptokratie.

Wir lernen: Seine volle Dynamik entfaltet der Verwaltungsapparat, wenn es um Sicherung und Mehrung der Staatseinnahmen geht. Dann aber richtig. (pho)

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