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MEINUNG: Gegen Burka, Nikab und Bankräuber

Silvan Lüchinger zum Verhüllungsverbot.
Silvan Lüchinger
Soll die Burka in der Schweiz verboten werden? Das Volk wird das letzte Wort in dieser Frage haben. (Bild: MARIO VEDDER (AP dapd))

Soll die Burka in der Schweiz verboten werden? Das Volk wird das letzte Wort in dieser Frage haben. (Bild: MARIO VEDDER (AP dapd))

Wenn es um die wirtschaft­liche Potenz geht, bewundert man in der Ostschweiz den Kanton Zürich. Bezüglich Steuerkraft wäre man gerne Zug, und bei den Tourismuszahlen würde man sich am liebsten von Luzern eine Scheibe abschneiden. Vom Tessin als Vorbild war bisher kaum die Rede. Das hat sich geändert. Seit anderthalb Wochen ist der Südkanton der Massstab, an dem es sich zu orientieren gilt. Denn das Tessin hat als einziger Kanton beides: einen Bundesrat und ein Burkaverbot.

Für einmal hat der St. Galler Kantonsrat rasch reagiert und ebenfalls die Ächtung von Burka und Nikab beschlossen. Rasch ist allerdings relativ. Die Franzosen und die Belgier lassen sich nicht mehr einholen. Sie kennen das Verbot seit 2011. Marokko und der Tschad sind ebenfalls enteilt. Sogar die Bulgaren waren schneller. Letztere allerdings mit einer weichen Variante. Im Sport ist die Verschleierung erlaubt. Das gilt für Stabhochsprung wie für Turmspringen. Auch die Österreicher sind leider nicht mehr abzufangen. Dort gilt das Burkaverbot ab heute.

Zwar hat noch längst nicht jeder Schweizer eine leibhaftige Nikabträgerin gesehen. Und eine Burkafrau schon gar nicht. Vielleicht, weil der Islam bei uns nichts zu suchen hat, wie unlängst ein SVP-Nationalrat festhielt. Aber darum geht es gar nicht. Zeichnen sich Entwicklungen ab, muss man von Anfang an vorne dabei sein. Nicht wie die Glarner, die im Frühling das Burkaverbot abgelehnt haben. Entsprechend schwach sind die Perspektiven der Bevölkerungsentwicklung im Zigerschlitz. Da will kaum mehr jemand hin. Viel zu gross ist die Gefahr, auf einsamen Bergpfaden einer Verhüllten zu begegnen. Womöglich bleibt sie auch noch stehen und fragt nach dem Weg. Nicht auszudenken, was das für Konsequenzen haben könnte.

Im St. Gallischen hingegen wird das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung markant ansteigen. Weil die neue Regelung weit über ein Burkaverbot hinausgeht. Bankräuber müssen nicht mehr nur ins Gefängnis, wenn sie erwischt werden. Sie erhalten wegen unerlaubter Gesichtsverhüllung auch noch eine Busse. Das wirkt abschreckend. Der Ku-Klux-Klan, in Amerika wieder auf dem Vormarsch, wird sich die Gründung von Filialen in der Ostschweiz gut überlegen. Nicht zuletzt hat die Polizei endlich eine gesetz­liche Handhabe gegen Imker, die in Vollmontur ganze Bienenvölker in Aufruhr bringen. Wer da zufällig vorbeikommt, ist an Leib und Leben bedroht. Umsonst sind die Bienenzüchter ja nicht verschleiert.

Silvan Lüchinger

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