MILITÄR: Armeechef hält brisanten Bericht unter dem Deckel

Die Schweizer Armee hat weiterhin massive Führungsprobleme. Das zeigt ein Bericht. Doch öffentlich machen will ihn die Armee nicht.

Drucken
Teilen
Schlecht gerüstet für den Ernstfall: die Schweizer Armee. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Schlecht gerüstet für den Ernstfall: die Schweizer Armee. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

red. Die Führungsstrukturen der Schweizer Armee reichen für subsidiäre Einsätze, nicht jedoch für den Ernstfall. So lässt sich das Fazit eines geheimen Berichts zusammenfassen, welchen die Armee nach der Stabsübung «Stabilo Due» vom September letzten Jahres erstellen liess. Bemängelt werden nicht nur die Probleme mit den Führungsinformationssystemen, sondern vor allem auch die Organisation der Armeeführung.

Besonders schlecht kommt der Führungsstab der Armee weg, dessen Leistung über weite Strecken als «ungenügend» beurteilt wird. Dazu kommt gemäss dem Bericht, dass sein Personal im Krisenfall gar nicht verfügbar wäre. Seit der letzten Übung vor fünf Jahren seien «viel zu geringe Fortschritte» erzielt worden.

Die brisante Beurteilung durch die Übungsleitung wird seit neun Monaten unter Verschluss gehalten. Die «Zentralschweiz am Sonntag» konnte Einsicht nehmen, das Parlament jedoch bisher nicht. Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats verlangt an ihrer morgigen Sitzung, dass ihr das knapp 80seitige Papier ausgehändigt wird.