Russland

Mindestens 16 Tote bei Selbstmordanschlag im russischen Kaukasus

Bei einem Selbstmordanschlag in der russischen Kaukasusrepublik Nordossetien sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Über 100 weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Russland Staatschef Dmitri Medwedew verurteilte den Anschlag scharf.

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Autobombe explodiert auf diesem Marktplatz

Autobombe explodiert auf diesem Marktplatz

Keystone

Der Attentäter sprengte sich am Donnerstag am Eingang eines Marktes in der Hauptstadt Wladikawkas in einem Auto in die Luft. Zum Zeitpunkt des Anschlags um 11.20 Uhr (Ortszeit - 9.20 Uhr MESZ) halten sich für gewöhnlich viele Arbeitssuchende dort auf.

Ärzte berichteten von 16 Toten, unter ihnen mehrere Kleinkinder. Viele weitere Personen wurden lebensgefährlich verletzt. Es war der schwerste Anschlag in Russland seit dem doppelten Selbstmordanschlag auf die U-Bahn in Moskau mit 40 Toten im März.

Einer Sprecherin der Ermittlungsbehörden zufolge entsprach die Wucht der Explosion 30 bis 40 Kilogramm TNT. Durch den Druck zerbarsten Fernsterscheiben umliegender Häuser, zahlreiche Autos wurden komplett zerstört.

Die Menschen befürchteten eine zweite Explosion, Sicherheitskräfte sperrten den Marktplatz und angrenzende Strassen. Ein weiterer Sprengsatz sei aber nicht gefunden worden. Nach einer anonymen Bombendrohung evakuierten die Behörden zudem alle Schulen und Kindergärten.

Drei Verdächtige wurden festgenommen. Sie stünden im Verdacht, den Anschlag verübt zu haben, sagte der der Chef des russischen Inlandgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

"Menschen ohne Seele und ohne Herz"

Präsident Medwedew versprach, die Drahtzieher des Anschlags zur Verantwortung zu ziehen. "Wir werden alles machen, um diese Monster, diese Mistkerle zu fassen, die diesen barbarischen terroristischen Akt gegen Zivilisten verbrochen haben", sagte Medwedew nach Angaben von RIA Nowosti.

Regierungschef Wladimir Putin bezeichnete die Drahtzieher als "Menschen ohne Seele und ohne Herz". Bei einem Treffen mit muslimischen Religionsvertretern zum Ende des Fastenmonats Ramadan sagte er, es handle sich um Kriminelle, die "nichts Heiliges" hätten und bekämpft werden müssten.

"Wir zählen darauf, dass die muslimische Bevölkerung einen entscheidenden Beitrag zum Kampf (gegen den Terrorismus) leisten wird", sagte Putin.