Irak

Mindestens 38 Tote bei Anschlägen in Bagdad

Bei den blutigsten Anschlägen im Irak seit Abzug der US-Kampftruppen sind am Sonntag in Bagdad mindestens 38 Menschen getötet und 94 weitere verletzt worden. In zwei Vierteln der Hauptstadt detonierten nahezu zeitgleich mit Sprengstoff beladene Autos.

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Nach den verheerenden Explosionen wird Schutt weggeräumt

Nach den verheerenden Explosionen wird Schutt weggeräumt

Keystone

Die Opfer waren mehrheitlich Zivilisten. Ein Sprengsatz detonierte vor einem Büro der nationalen Sicherheitsbehörde. Durch die Wucht der Explosion stürzten die Fassaden mehrerer umliegender Häuser ein. Eine zweite Autobombe ging nur fünf Minuten später nahe eines Bagdader Büros des Mobilfunkbetreibers Asiacell in die Luft.

Dort spielten sich chaotische Szenen ab: Leichen lagen auf den Strassen, Autos brannten aus und umliegende Gebäude wurden beschädigt. Die beiden Explosionen wirbelten über Bagdad dichte Sandwolken auf.

"Die Al-Kaida-Organisation steckt hinter diesem Anschlag. Sie versucht, die Sicherheit in Bagdad zu untergraben", sagte der Kommandant der Sicherheitskräfte im Westen der Stadt. In Falludscha, westlich von Bagdad, starben sieben Menschen bei einem Selbstmordanschlag, rund 10 Menschen wurden verletzt.

Die Anschläge sind die blutigsten im Irak seit dem Abzug der US-Kampftruppen Ende August. Bei einer Attacke auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee in Bagdad kamen am 17. August 59 Menschen ums Leben, 125 wurden verletzt. Zu diesem Angriff hatte sich der irakische Arm des Terrornetzwerks Al Kaida bekannt.

Granaten auf Grüne Zone

Am Sonntag wurden zudem drei Mörsergranaten auf die hochgesicherte Grüne Zone im Zentrum der irakischen Hauptstadt abgefeuert, in der zahlreiche Botschaften und Regierungsgebäude liegen.

Durch den Beschuss habe es jedoch weder Schäden noch Verletzte gegeben, hiess es aus dem Innenministerium. Im Ghasalijah im Westen der Stadt starben demnach am Sonntag zudem ein Vater und sein Sohn durch einen Sprengsatz, der unter ihrem Auto angebracht war.

Politisch blockiert

Nach Ansicht der meisten Beobachter ist die jüngste Zunahme der Gewalt das Ergebnis des politischen Stillstandes in Bagdad. Das Land hat mehr als sieben Monate nach der Parlamentswahl immer noch keine neue Regierung.