MINDESTLOHN: Bigler: «Frontalangriff auf Berufslehre»

Bei 4000 Franken im Monat verzichten die Jugendlichen auf eine Lehrausbildung, warnt Hans-Ulrich Biger, Direktor des Gewerbeverbands.

Drucken
Teilen
Hans-Ulrich Bigler (rechts): «Wer eine ungebremste Zuwanderung verhindern will, muss gegen die Mindestlohninitiative sein.» (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Hans-Ulrich Bigler (rechts): «Wer eine ungebremste Zuwanderung verhindern will, muss gegen die Mindestlohninitiative sein.» (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

fak. Noch in diesem Jahr wird die Schweiz über die Mindestlohn-Initiative der Gewerkschaften abstimmen. Ein Ja würde gemäss Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, einen der wichtigsten Standortvorteile unseres Landes gefährden: das duale Berufsbildungssystem. «Jugendliche hätten keinen Anreiz mehr, eine Lehre zu machen, weil sie gleich nach der Schulpflicht auf einen Schlag 4000 Franken im Monat verdienen würden», warnt Bigler vor einem Ja zum Mindestlohn im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». Zum Vergleich: Ein Lehrlingslohn liegt heute anfänglich bei etwa 700 oder 800 Franken, in manchen Branchen sogar darunter.

Kapagne für Pauschalbesteuerung

Im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» kündigt Bigler zudem an, gegen die Initiative zur Abschaffung der Pauschalsteuer mit einer Kampagne anzutreten. Er begründet das Engagement mit dem zu befürchtenden Verlust von Arbeitsplätzen in den Rand- und Bergregionen. «An den etwa 700 Millionen Franken Steuern, welche die 5600 Pauschalbesteuerten zahlen, hängen etwa 22 000 Arbeitsplätze», so Bigler. Es gehe daher nicht darum, jemandem ein vermeintliches Privileg wegzunehmen, sondern vor allem darum, die Existenz für KMU zu sichern.