Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Missbrauch durch Kapuzinerpater: Reue kommt Jahre zu spät

Dominik Weingartner, Co-Leiter Newsdesk, zum publik gewordenen Fall eines Kapuzinerpaters, der über Jahrzehnte hinweg Kinder missbrauchen konnte.
Dominik Weingartner
Dominik Weingartner (Bild: Pius Amrein, 11. April 2017)

Dominik Weingartner (Bild: Pius Amrein, 11. April 2017)

Es sind deutliche Worte, mit denen der Umgang der Kirche mit einem pädophilen Priester kritisiert wird. Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wer der Absender ist: eine vom Kapuzinerorden eingesetzte Expertenkommission. Und der Orden selber kommt alles andere als gut weg. Die konsequente Aufarbeitung im Fall des pädophilen Paters Joel Allaz ist dem Kapuzinerorden darum hoch anzurechnen. Auch wenn sie Jahrzehnte zu spät kommt – auch für die zahlreichen Opfer des fehlbaren Priesters.

Der Expertenbericht stellt den damals Verantwortlichen ein vernichtendes Zeugnis aus. Statt Alarmsignale rechtzeitig zu deuten und das Treiben des Paters zu unterbinden, wurde der Fall über Jahre hinweg vertuscht. Das Ansehen der Kirche war den Glaubensmännern wichtiger als die Gerechtigkeit für die vielen Opfer des Kapuzinerpaters.

Wichtig ist, dass die Reue der Kirche echt ist und heutzutage bei Kindesmissbrauch anders gehandelt würde. Alleine der sensiblere Umgang der Gesellschaft mit dem Thema würde Vertuschungsmanöver seitens der Kirche erheblich erschweren. Priester sind heute nicht mehr unangreifbar. Und das ist auch gut so.

Dominik Weingartner

dominik.weingartner@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.